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14.10.2010

Jugendgang sorgt in Wiernsheim für Ärger

Von einem neuen „Problemfeld" sprach Gemeinderat Rainer Zundel. An ihn haben sich Anwohner aus dem Bereich Bach- und Mühlstraße im Wiernsheimer Ortskern gewandt. In den vergangenen Monaten habe eine Gruppe Jugendlicher dort für Ärger gesorgt, berichtete Zundel im Gemeinderat.

Von Sachbeschädigungen bis zu Beleidigungen und Beschimpfungen gegenüber den Anwohnern sei es gekommen. Hauptamtsleiter Markus Motschenbacher weiß um die Vorfälle. „Wir haben die Jugendlichen bereits angesprochen", sagte Motschenbacher. Mit wir meint der Hauptamtsleiter auch den neuen Wiernsheimer Jugendpfleger Benjamin Denk. Er ist seit September in Wiernsheim und Niefern Ansprechpartner für die Jugendlichen. Im Ratssaal habe am Dienstag ein Treffen mit 15 Jugendlichen stattgefunden, so Motschenbacher. Aber auch danach sei es schon wieder zu Ärger gekommen, wusste Zundel.

Die Gemeinderäte Fritz Blessing und Walter Ruppert haben ebenfalls ihre Erfahrungen mit der Jugendgruppe gemacht, zu der Deutsche und Jugendliche mit Migrationshintergrund gehörten. Sowohl in zivil als auch in Uniform – Ruppert ist Polizist – habe er mehrfach Kontakt zu den Jugendlichen aufgenommen. „Sie sind beratungsresistent", so Ruppert. Zwei seien bereits polizeibekannt und gälten in der Gruppe als Vorbilder.

Ruppert wies auf das Präventionsprojekt „Gelbe Karte" hin. Seit März 2010 informieren die Stadt Pforzheim, das Landratsamt und die Polizei mit der Aktion „Gelbe Karte" insbesondere junge Menschen darüber, dass auch bei Gewalt- und Aggressionsdelikten der Führerschein in Gefahr sein kann. Gemeinderat Ludwig Gille äußerte die Vermutung, dass es sich um dieselben Jugendlichen handelte, die bereits in Serres für Unmut sorgten. „Dort wurde die Bushaltestelle verwüstet", so Gille.

Müll, kaputte Flaschen, Graffitis auf dem Pavillon und immer wieder Sachbeschädigungen und Ruhestörungen – so sah es 2007 in den Herrschaftsgärten in Wiernsheim aus. Mit dem Konzept „Ortsmitte mit Niveau" wurde eine „nachhaltige Beruhigung" (Polizei) erreicht. Wer auffällig wurde, dem drohte eine Meldung an die Führerscheinstelle. Vor einigen Monaten gab es aber wieder Beschwerden in diesem Bereich. „Wir sind dran", versprach Bürgermeister Karlheinz Oehler in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch. nad