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02.09.2009

Kampf gegen Steuerhinterziehung

Wenn die Affäre um den verurteilten Steuerhinterzieher Klaus Zumwinkel etwas Gutes hatte, dann das: Der Druck auf Steueroasen inmitten von Europa ist gewachsen. Immer mehr Staaten, die Topverdienern bisher Schlupflöcher geboten haben, um am deutschen Fiskus vorbei ihre Millionen unversteuert im Ausland zu deponieren, lenken endlich ein. Den Nimbus, zu den schwarzen Schafen in Europa zu zählen, wollen die wenigsten weiterhin auf sich sitzen lassen.

Mittlerweile sind die Schweiz, Österreich und Luxemburg von ihrem strikten Bankgeheimnis abgerückt. Damit werden Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung erleichtert. Diesem Beispiel ist jetzt auch Liechtenstein gefolgt. Das Fürstentum ist künftig zu einer engeren Zusammenarbeit in Steuerfragen bereit. Die Europäische Union scheint damit auf gutem Wege zu sein, dass künftig zumindest innerhalb seiner Grenzen der Steuerhinterziehung ein Riegel vorgeschoben wird.
Der internationale Steuersumpf ist aber deshalb längst nicht ausgetrocknet. So lange Staaten wie Costa Rica, Uruguay, Malaysia und die Philippinen aber auch die Nicht-EU-Länder Monaco, Andorra und San Marino sich weigern, zu kooperieren, bleibt Steuerflüchtlingen Tür und Tor geöffnet. Zum Schaden der deutschen Finanzämter, an denen jährlich eine geschätzte dreistellige Milliardensumme vorbei jongliert wird.