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09.02.2009

Karl-Theodor zu Guttenberg wird neuer Wirtschaftsminister

Korrekt scheint er zu sein, unser neuer Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg – sozusagen vom Scheitel bis zur Sohle. Doch das macht noch keinen guten Wirtschaftsminister. Bleibt also die Frage, ob ein so unerfahrener, verhältnismäßig junger Mann wie er ausgerechnet in Krisenzeiten an die Spitze dieses Schlüssel-Ressorts gehört.

CSU-Chef Horst Seehofer jedenfalls dürfte von Guttenberg sehr gelegen kommen. Hat er mit ihm nun auf Bundesebene einen Mann, mit dem er schon lange ein gutes Verhältnis pflegt. Einen Mann, um dessen Loyalität er weiß: Der 37-Jährige gehörte zu den ersten, die nach der bayerischen Landtagswahl öffentlich forderten, Seehofer solle nicht nur Parteichef, sondern auch Ministerpräsident werden. Über den ambitionierten CSU-Nachwuchspolitiker hat der Ex-Landwirtschaftsminister Seehofer nun die Möglichkeit erhalten, indirekt an den Kabinettstisch zurückzukehren.
Doch was bleibt, ist die Unsicherheit, ob das Wirtschaftsministerium damit in guten Händen ist. Denn selbst wenn von Guttenberg über das ihm nachgesagte Talent und eine zupackende Art verfügt, fehlt ihm doch die Erfahrung, die für ein solch wichtiges Amt wünschenswert wäre. Fatal ist, dass die Union sich selbst ohne Not in die Lage manövriert hat, quasi über Nacht einen Ersatz für Glos finden zu müssen. Und das hat nun zur Folge, dass die Wahl eher auf den Erstbesten statt auf einen Bestmöglichen gefallen ist.