Was war das Motiv für die blutige Geiselnahme in Karlsruhe? Geldsorgen? Der Karlsruher Geiselnehmer und seine Lebensgefährtin konnten über 60.000 Euro verfügen, die aus der Zwangsversteigerung der Wohnung übrig geblieben sind. © dpa

Karlsruher Geiselnehmer offenbar ohne Geldsorgen

Geldnot kommt kaum infrage als Auslöser der Bluttat in Karlsruhe, bei der ein Mann im Zuge einer Zwangsräumung seine Lebensgefährtin, einen Gerichtsvollzieher, einen Schlüsseldienstmitarbeiter und den neuen Inhaber der Wohnung getötet hat. Der Karlsruher Geiselnehmer und seine Lebensgefährtin konnten über 60.000 Euro verfügen, die aus der Zwangsversteigerung der Wohnung übrig geblieben sind, sagte der Präsident des Karlsruher Amtsgerichts, Jörg Müller.

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Diese Summe sei allerdings auf der Hinterlegungsstelle des Gerichts geparkt, da die frühere Wohnungsbesitzerin das Geld weder abgeholt noch eine Kontonummer für die Überweisung angegeben habe.

Der neue Besitzer wollte seine Wohnung am vergangenen Donnerstag zwangsräumen lassen. Dabei kam es zu der Bluttat mit fünf Toten. Der Lebensgefährte der ehemaligen Eigentümerin hatte den Besitzer sowie den Gerichtsvollzieher, einen Schlosser und einen Sozialarbeiter als Geiseln genommen. Später ließ er den Sozialarbeiter frei und erschoss die anderen Männern sowie seine Freundin und sich selbst. dpa