



PFORZHEIM. Rund 120 000 Mitarbeiter sind es, die 50 Arbeitsplätze sichern: die Bevölkerung von Pforzheim, deren Abwasser ins Klärwerk am Hohwiesenweg geleitet wird. Dieses war gestern Ziel der PZ-Sommeraktion.
Erster Bürgermeister Roger Heidt, in dessen Dezernat der städtische Eigenbetrieb Stadtentwässerung Pforzheim (ESP) fällt, hatte es sich nicht nehmen lassen, die Gruppe der „Pforzheimer Zeitung“ in das Thema mit dem „gewissen G’schmäckle“ einzuführen. Wobei er dann auch darauf verwies, dass für die Abwasserentsorgung der Innenstadt in den kommenden Jahren 26 Millionen Euro investiert werde.
Für Pforzheim mit seiner Schmuckindustrie und den Scheideanstalten ergibt sich die Besonderheit, dass ins Klärwerk auch Schadstoffe gelangen, die anderswo kaum vorkommen. Doch die Anlagen, sagte Heidt, seien natürlich auch darauf ausgelegt. Die Enz, in die das Abwasser nach dem Reinigungsprozess eingeleitet wird, hat Güteklasse 2. „Das ist kaum mehr steigerbar“, merkte der Erste Bürgermeister an.
Wer sich darauf eingestellt hatte, dass der Rundgang durch die Anlagen geruchsintensiv ausfallen würde, wurde angenehm enttäuscht. „Das war früher anders. Heute ist kaum mehr etwas zu riechen“, betonte Betriebsleiter Thorsten Sudhof. Als Pforzheim im Jahr 1912 seine erste Kläranlage baute, habe die Stadt eine Vorbildfunktion eingenommen. Heute beträgt das Anlagevermögen rund 250 Millionen Euro. Das Kanalnetz ist 500 Kilometer lang. Rückhaltebecken speichern bei Starkregen das Schmutzwasser, bevor es zum Reinigen weitergeleitet wird.
Wie das vonstatten geht, darüber unterrichtete Labor-Leiterin Barbara Cybulski die Teilnehmer. Als braune Brühe kommt das Abwasser – rund 500 Liter pro Sekunde bei trockenem Wetter – im Klärwerk an. Nach dem Durchlaufen der Reinigungsstufen, bei denen Bakterien den Schmutz „auffressen“, hat es fast Trinkwasserqualität erhalten. Im Vorjahr waren es 70 Millionen Kubikmeter, die gereinigt wurden.
Autor: THOMAS FREI





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