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22.09.2008

Keine deutsche Hilfe für US-Finanzmarkt

Psychologie spielt an den Aktienmärkten inzwischen eine größere Rolle, als zum Beispiel die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Die Bundesregierung hat deshalb jetzt Aktienspekulationen verboten, bei denen mit fallenden Kursen auch noch Geld verdient wird. Durch diese Art Geschäfte könnte der Finanzmarkt in kurzer Zeit völlig zusammenbrechen. Solide Unternehmen würden nur wegen eines sinkenden Buchwerts zu Übernahmekandidaten.

Mindestens genauso wichtig wie diese handfeste Regelung war aber auch das psychologische Signal der Bundesregierung, den USA nicht bei ihrer Bankenrettung zu helfen. Diese öffentliche Ankündigung ist wahrscheinlich die wirksamste Art, künftig Fehlspekulationen einzudämmen. Auch waghalsige Finanzjongleure in Deutschland wissen jetzt: Falsche Hoffnungen à la „Der Staat wird uns schon nicht fallen-lassen“ brauchen sie sich nicht mehr zu machen.
Deutschland muss die US-Rettungsaktionen aber trotzdem wachsam verfolgen. Sonst kann es schnell passieren, dass deutsche Banken im weltweiten Finanzmarkt wirtschaftlich unter Druck geraten, weil US-Institute von den Staatsmilliarden profitieren.