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09.03.2009

Kinderschutzbund warnt vor Folgen der Krise

Schwere Zeiten für Eltern sind zwangsläufig auch schwere Zeiten für Kinder – insofern darf die Warnung des Kinderschutzbundes niemanden überraschen. Wichtig ist der Weckruf trotzdem. Denn diskutiert wird derzeit beinahe ausschließlich darüber, wie die Wirtschaft schnellstmöglich wieder in Gang zu bringen ist. Einzelschicksale und damit vor allem die Schicksale des notleidenden Nachwuchses in unserem Land rücken in den Hintergrund.

Kinder kommen in den aktuellen Diskussionen höchstens als Mittel zum Zweck der Konjunkturankurbelung vor – und dann auch nur mit läppischen 100 Euro, die Familien pro Kind überwiesen werden. Das sagt viel über den Stellenwert, den die Politik allen Sonntagsreden zum Trotz den Problemen zumisst, mit denen Familien in unserem Land zu kämpfen haben. Auch ohne Krise ist es schon schwer genug, eine Familie zu gründen. Noch mehr Mut erfordert es in diesen Zeiten. Wer will es einem jungen Paar verdenken, dass es den Kinderwunsch hintenanstellt, wenn es bereits ohne Nachwuchs von Existenzängsten geplagt wird?
Die Versäumnisse der Vergangenheit wiegen jetzt doppelt schwer. Auch wenn sich einiges getan hat: Deutschland war vor dem Konjunktureinbruch längst noch nicht so kinderfreundlich wie es sein sollte, um den demografisch dringend nötigen Babyboom auszulösen. Mit jedem Krisentag rückt er in noch weitere Ferne.