26° Aktuelles Wetter
Mi, 23.05.2012
> Zum Wetter
An dieser Haltestelle  ist die elfjährige Sina (links) nach eigenen Angaben des Busses verwiesen worden. Ihre Mutter (rechts) ist enttäuscht und wütend.
An dieser Haltestelle ist die elfjährige Sina (links) nach eigenen Angaben des Busses verwiesen worden. Ihre Mutter (rechts) ist enttäuscht und wütend.
© Rosendahl

Kleinem Mädchen wegen Münzgeld die Mitfahrt verweigert?

bewogen haben.

Anzeige

PFORZHEIM. „Kleingeld – nein danke“ soll ein Busfahrer des Stadtverkehrs Pforzheim zu einem elfjährigen Mädchen gesagt und es mit einem eindeutigen Fingerzeig in Richtung Tür zum Aussteigen
bewogen haben.

An der Bushaltestelle Rodstraße/Bleichstraße der Linie 3 in Richtung Nordstadt hat sich am Donnerstag, 18. Februar, um 11.30 Uhr nach Angaben der Pforzheimer Mutter Adriane Klama etwas ereignet, das sie wütend macht. „Meine elfjährige Tochter Sina wollte zu ihrer Freundin in die Nordstadt fahren, aber der Busfahrer ließ sie nicht mit, weil ihm das Münzgeld für die Kinderfahrkarte nicht gepasst hat, die einen Euro kostete: Einmal 20 Cent, dreimal zehn Cent und zehnmal fünf Cent“, so Klama. „Seit wann verweigern Pforzheimer Busfahrer Kindern die Fahrt, wenn sie bezahlen können, also keine Schwarzfahrer sind?“, fragt die Mutter.

„Kein Fach für kleine Münzen“

Die Elfjährige erzählt, der Busfahrer habe ihr gesagt, er habe kein Geld-Fach für 5-Cent-Münzen, weshalb sie nicht mitfahren könne. „Ich habe aber gesehen, dass er einen Geldbeutel dabei hatte und dort die Münzen hätte hineintun können“, so Sina. „Sie war eingeschüchtert und wollte es beim nächsten Busfahrer nicht noch einmal versuchen. Als sie mir in Tränen aufgelöst entgegen kam, packte mich die Wut“, berichtet die Mutter.

Am Abend sei sie in den Busshop an der Poststraße gegangen, um sich zu beschweren. „Ein Mitarbeiter sagte, dass es Höchstgrenzen für die Anzahl von Münzen gebe, die im Bus entgegengenommen würden. Er musste aber selbst ein Weilchen suchen, um herauszufinden, wie viele das genau sind. Dann kam die Antwort: 20 Münzen“, so die Mutter.

„Wer aufmerksam mitgezählt hat, weiß, dass meine Tochter mit 14 Münzen bezahlen wollte“, betont Klama. Diesbezüglich sollten die Verkehrsbetriebe also ihre Fahrer vielleicht etwas besser aufklären, um derartige Vorkommnisse künftig zu vermeiden. „Ich frage mich, ob der Fahrer, der ein kleines Mädchen im Winter allein auf der Straße stehen lässt, das bezahlen möchte, überhaupt einen gesunden Verstand hat“, so Klama. Seit dem Vorfall warte sie auf einen Rückruf des Beschwerdemanagements, aber sie habe bisher noch nichts gehört.

„Ich wünsche mir auch, dass den vielen guten Menschen, die bei den Pforzheimer Verkehrsbetrieben beschäftigt sind und täglich ihr Bestes geben, Dank ausgesprochen wird“, sagt Klama, die durchaus differenzieren möchte. Allerdings hätte sie sich auch von Fahrgästen gewünscht, dass sie sich zum Wohl ihres Kindes in einer derartigen Situation einmischen. Auch das sei nicht geschehen.

Johannes Schwarzer, Chef des Pforzheimer Stadtverkehrs, erklärt, dass es keine Regelung gebe, 5-Cent-Stücke im Bus nicht anzunehmen. Sollte sich der Fall wie geschildert ereignet haben, sei eine Entschuldigung fällig. „Man lässt ein Kind, das bezahlen möchte, in keinem Fall auf der Straße stehen“, so Schwarzer. Die Mutter habe allerdings ungenaue Angaben gemacht, so dass der Busfahrer zunächst nicht ermittelt werden konnte. „Wir versuchten auch, seit der Beschwerde die Mutter telefonisch zu erreichen, was bisher nicht gelungen ist“, sagte er.

Kontakt aufgenommen

Die PZ hatte allerdings keine Schwierigkeiten, Mutter und Kind in der vergangenen und in dieser Woche telefonisch zu kontaktieren. Da die Mutter den Wunsch geäußert hatte, dass sich jemand von den Verkehrsbetrieben bei ihr meldet, wies die PZ-Stadtredaktion Johannes Schwarzer erneut auf diesen Wunsch der Mutter hin, der gestern erfüllt werden konnte. Nach dem Gespräch mit der Mutter und den dann wohl genaueren Angaben, obwohl sie bei der Beschwerde im Busshop die Zeiten und Orte genannt hatte wie der PZ auch, meldete sich Schwarzer bei der PZ mit einer neuen Version über die Vorgänge. Der Busfahrer habe jetzt ermittelt werden können, der den Vorfall bestätigte. Er gehe aber von einem Missverständnis aus. Das Mädchen habe seine Handdeutung falsch verstanden. Er habe andeuten wollen, dass die Elfjährige zunächst hinten im Bus Platz nehmen solle, nachdem sie ihm ihre Münzen ausgehändigt habe und er nicht recht gewusst habe, was er mit dem Kleingeld anfangen solle. Ein Gespräch zwischen Mutter, Kind, Busfahrer und Schwarzer solle alles aufklären. Da die Mutter jetzt in Urlaub gehe, könne dies erst in einigen Wochen geschehen.


Autor: Roger Rosendahl

03.03.2010

Leserkommentare (33)

Mehr Kommentare
1
hohwarter | 03.03.2010 | 19:07

dass, man da ein paar tage zeit brauchte, bis man sich gut aus der sache rausreden kann. der busfahrer braucht das geld nur annehmen und die kleine geht auf ihren sitzplatz und die sache ist erledigt. ja manche busfahrer haben schon eine besondere auffassung zur ausübung ihres berufes mehr...

2
Rentner | 03.03.2010 | 19:36

Bravo! Pforzheim bzw. Pforzheimer lassen im Moment auch kein Fettnäpfchen aus. Weiter so. Auf dem besten Weg, in ganz D zum Gespött zu werden. - Derivate - Bau einer unötigen teuren Sporthalle - Nordstadtschule und auch anderte sind in einem jämmerlichen Zustand, aber das Rathaus wird für 13 Mill saniert (werden dann bestimmt 20 Millionen) Vielleicht sollte einmal einer der Herrschaften im Rathaus das Jungens-WC im THG Gymnasium besuchen, um nur ein Bsp. zu nennen - Warum muss eine fast neue ...... mehr...

3
Badner...! | 03.03.2010 | 21:02

Herrlich wie sich die Busfahrer rauszureden wissen. Mehr als lächerlich diese Ausrede. Hier könnte man sich einfach entschuldigen, vielleicht noch nen gratis Monat busfahren oben drauf und gut. Ich musste in letzter Zeit leider auch öfters die unfreundlichkeit der Busfahrer erfahren. Manche haben eindeutig den falschen Job gewählt. mehr...

Schriftgröße A A A
Artikel teilen
Anzeige
Anzeige
Top Adressen
Anzeige
Top Angebote
Anzeige
Regional Finder
Ispringen
Kämpfelbach
Eisingen
Königsbach-Stein
Remchingen
Keltern
Straubenhardt
Birkenfeld
Neuenbürg
Engelsbrand
Unterreichenbach
Schömberg
Neuhausen
Tiefenbronn
Heimsheim
Friolzheim
Wimsheim
Mönsheim
Wiernsheim
Wurmberg
Niefern-Öschelbronn
Kieselbronn
Neulingen
Ölbronn-Dürrn
Ötisheim
Mühlacker
Illingen
Maulbronn
Sternenfels
Knittlingen
Oberderdingen
Pforzheim
Exklusiv in der PZ

Das lesen Abonnenten am Donnerstag exklusiv in Ihrer "Pforzheimer Zeitung":

Positive Nachrichten vor den Pfingstferien: Die Wasserqualität in Europas Urlaubsländern stimmt weitgehend. Seite 20

Hier geht es zum PZ-Abo und zum 14-Tage-Probeabo

Hier geht es zum E-Paper ...

PZ lesen per E-Paper

zum Log-In                       zur Startseite

Umfrage
Ist die Energiewende noch zu schaffen?
PZ-news auf Facebook
Webcam
Mi, 23.05.2012 23:59
Anzeige
Anzeige