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21.10.2008

Kluft zwischen Arm und Reich

Armut ist ein heikles Thema, gerade in einem reichen Land wie dem unseren. Im Grunde ist genug für alle da. Dennoch ist das geballte Vermögen in dieser Republik extrem ungleich verteilt, der Graben zwischen den Wohlhabenden und denen, die fast nichts haben, wird stetig größer. Und es wird in Deutschland immer schwieriger, aus den sogenannten einfachen Verhältnissen auch nur in die Mittelschicht aufzusteigen.

Das alles bringt mit sich, dass die Zahl der Armen stetig zunimmt. Ein gewaltiges gesellschaftliches Problem türmt sich auf, für das der Staat einen Großteil der Verantwortung trägt – etwa mit verschleppten Reformen in der Bildungspolitik.

Dass dagegen etwas unternommen werden muss, versteht sich von selbst. Unabhängig davon sollte sich aber auch unser Blick auf Menschen unterhalb der Armutsgrenze verändern. Viele von uns könnten schnell zum Bedürftigen und Bittsteller werden. Armut ist heutzutage immer seltener selbst verschuldet – ein gerne geäußerter Vorwurf, mit dem man übrigens ganz grundsätzlich vorsichtig sein sollte. Eine überraschende Kündigung, eine Scheidung – ein einziger Schicksalsschlag reicht unter Umständen aus, um den Abstieg zu besiegeln. Zudem ist der Weg zurück beschwerlicher geworden. Höchste Zeit, belastbare Brücken über die sozialen Gräben zu bauen. Zum Beispiel mit einem Bildungssystem, das unabhängig von der Herkunft jedem seine Chance gibt.