Karlsruher SC

Zum vierten Mal KSC-Trainer: Dreimal war Markus Kauczinski Interimscoach.
Zum vierten Mal KSC-Trainer: Dreimal war Markus Kauczinski Interimscoach. © dpa
26.03.2012

Kommentar: Das Konstante beim KSC ist der Trainerwechsel

Warum überrascht der zweite Trainerwechsel in dieser Saison beim Karlsruher SC niemand? Weil das schon Tradition hat. Fehlt bloß noch, dass der Präsident das Handtuch wirft. Das gab es zuletzt ja auch öfter.

Wer Trainer beim KSC werden will, muss entweder Winfried Schäfer oder Edmund Becker heißen oder sich auf einem Schleudersitz wohlfühlen. Schäfer hielt es fast 13, Becker fast fünf Jahre beim KSC. Ansonsten ging es ratztafz beim Trainer-wechsel-dich-Spiel. Kaum ein Verein in Deutschland beherrscht das Austauschen der Übungsleiter so perfekt wie der ehemalige badische Vorzeige-Fußballclub.

Reinhold Fanz war über den Jahreswechsel 2004/2005 genau sieben Tage KSC-Trainer, was die schnellste Trainerentlassung im deutschen Profifußball bedeutet. Uwe Rappolder musste nach 99 Tagen und 13 Punkten aus 11 Spielen gehen. Selbst Joachim Löw - als Nationaltrainer ein Star, als KSC-Coach eine Niete (nur ein Sieg in 18 Spielen) - durfte nur etwas weniger als ein halbes Jahr die Badener betreuen.

Nach Edmund Becker hießen die Trainer vom 31. Oktober 2010 an Markus Kauczinski, Markus Schupp, Markus Kauczinski, Uwe Rapolder, Rainer Scharinger, Markus Kauczinski, Jörn Andersen und wieder Markus Kauczinski. Immerhin: Die beiden einzigen Konstanten beim Karlsruher SC sind in den letzten zwei Jahren der stete Trainerwechsel und der Interimscoach Markus Kauczinski gewesen.

Ob Kauczinski wieder nur monatsweise als Trainer arbeiten wird? Ist der nächste Trainerwechsel schon vorprogrammiert? Nichts ist unmöglich. Damit hat einst der japanische Autohersteller Toyota geworben, es hätte aber auch sehr gut ein KSC-Slogan sein können.

Dem Verein ist zu wünschen, endlich einmal einen Trainer zu finden, mit dem man längerfristig planen und arbeiten kann. Vor allem: Der KSC wird eine Vision, eine Perspektive, einen Masterplan dringend benötigen, um wieder dauerhaft erfolgreich oben mitspielen zu können. Nach dem Abstieg in die 3. Liga.

Denn auch ein neuer Trainer wird mit dieser Mannschaft und mit diesem Abstand zum rettenden Ufer kein Wunder mehr schaffen. Kauczinski hat ja bereits recht erfolgreich die Regionalliga-Elf des KSC trainiert. Das ist eigentlich kein so großer Unterschied mehr zur 3. Liga. 

Kommentar von Thomas Kurtz