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10.03.2008

Kommunalwahlen als Denkzettel für Sarkozy

Weltweit hat kein Staatsoberhaupt in den vergangenen Monaten mehr Schlagzeilen gemacht als Nicolas Sarkozy. Negative, wohlgemerkt. Sein turbulentes Privatleben breitete der französische Präsident im Stile eines PR-gierigen Hollywood-Stars in der Öffentlichkeit aus, nachhaltige politische Aktivitäten waren dagegen bisher kaum zu vermelden.

Kein Wunder also, dass so mancher Franzose am Sonntag die Gelegenheit für einen Nadelstich gegen den Präsidenten nutzte, dessen Partei bei den Kommunalwahlen deshalb Verluste hinnehmen musste. Nach einer Umfrage waren es immerhin 29 Prozent der Wähler, die beim Urnengang bewusst mit dem Staatspräsidenten abrechnen wollten. Sarkozys bisheriges Auftreten dürfte den Franzosen allerdings wenig Hoffnung machen, dass sich der Präsident den Denkzettel zu Herzen nimmt. Er ist ein Typ, der das ganz große Rad der Europa- und Weltpolitik drehen will – Kommunalwahlen gehören ganz sicher nicht zu den Fixpunkten in seinem politischen Kalender. Dick angestrichen wird dagegen das gesamte zweite Halbjahr 2008 sein, in dem Frankreich die Ratspräsidentschaft der EU übernimmt. Dann wird sich weisen, ob Sarkozy wirklich etwas kann. Fällt er auch in diesem Rahmen nur unangenehm auf, bekommt Frankreich allerdings ein echtes Problem.