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29.12.2008

Krieg im Gazastreifen

Dreihundert Tote in zwei Tagen. Das ist die traurige erste Zwischenbilanz der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen. An diesen 300 Toten muss sich die israelische Führung messen lassen. An ihnen und an ihren Folgen – auch für Israel.

Wohin soll das führen?

Dabei soll es hier nicht um die Frage gehen, ob Israel der Waffengang zusteht. Die Frage nach der Moral lässt sich vom sicheren Europa aus vermutlich ohnehin nicht angemessen beantworten. Wer weiß, wie die europäische Reaktion ausfiele, wenn Selbstmordattentate und Raketen den Alltag hier bestimmten.

Es geht daher vielmehr um die Frage, welche Zukunft diese Militäroffensive hat. Und da sieht es düster aus. Kaum vorstellbar, dass Barak, Olmert und Livni damit der gemäßigten Fatah oder gar dem Frieden den Weg bereiten. Die Bomben können vielleicht die Infrastruktur und womöglich einige führende Köpfe der Hamas auslöschen – deren Akzeptanz im Gazastreifen aber nicht. Im Gegenteil: Die Zerstörung und die zahlreichen Opfer werden die Menschen eher noch mehr für die radikalen Islamisten einnehmen. Dafür sorgt schon die Propaganda der Hamas.

Was das für Israel bedeutet, kann man sich unschwer vorstellen: Noch mehr Kassam-Raketen, noch mehr Anschläge, noch größere Unsicherheit und ein Frieden, der in unendliche Ferne rückt. Das kann unmöglich die Absicht der israelischen Regierung sein.