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20.01.2012

Kriegsberichterstattungen – Die Wahrheit oder nur Geschichten?

Was ist Krieg? Ich persönlich assoziiere mit Krieg Verletzungen und Tod, und dass er meistens viele unschuldige Opfer fordert. Der Krieg, der organisiert und planmäßig stattfindet, hat das Ziel, mit verschiedenen Mitteln, wie Waffen und Gewalt, durch Kämpfe an eine Überlegenheit von einer einzelnen beteiligten Partei zu gelangen. Die Menschheit sollte die Chance bekommen, über die Geschehnisse und Kriegssituationen informiert zu werden.

Aus diesem Grund möchte ich zuallererst in Erfahrung bringen, ob eine Kriegsberichterstattung wirklich die wahren Geschehnisse aufdeckt oder die Öffentlichkeit einfach nur hinters Licht geführt, manipuliert und belogen wird. Ich möchte nicht nur schildern, dass es von Vorteil sein kann, jeglichen Kriegsberichterstattungen kritisch gegenüberzustehen, sondern auch, dass Journalisten, die beispielsweise Berichte über Kriege erstatten, es gar nicht leicht haben, über die Wahrheit zu berichten und dass es allgemein kein Leichtes ist, wahre Hintergründe für irgendwelche Taten, wie etwa Anschläge im Krieg, herauszufinden oder gar darüber der vollen Wahrheit entsprechend zu berichten.

Was überhaupt sind die Beweggründe der Journalisten in ein Kriegsgebiet zu reisen? Man kann bei einigen davon ausgehen, dass es ihnen nur um das Geld und den darauf folgenden Ruhm geht, aber könnten es nicht einfach nur die Gründe sein, dass es viele Journalisten reizt, im Interesse der Allgemeinheit in ein Kriegsgebiet zu reisen und sich persönlich vor Ort sein eigenes Bild von der Situation zu machen, um dann aus eigener Erfahrung darüber berichten zu können? Viele Journalisten möchten in der Tat das zu ihrem Ziel machen und gehen sozusagen dieses Risiko ein, aber erst vor Ort stellen sie fest, dass sie kaum eine Chance haben, an die „Wahrheit“ zu gelangen. Neben den Gefahren, wie zum Beispiel, dass sie durch Waffen verletzt werden oder durch den herrschenden Krieg ihr Leben aufs Spiel setzen, gelangen sie oft gar nicht bis an die leidenden Opfer, um sie nach den Hintergründen des Krieges befragen zu können. Zum Beispiel berichtet Elke Schäfter, eine Forscherin, über die Gefahren für Journalisten:

„Neun getötete Journalisten im Irak in nur wenigen Wochen, acht in Afghanistan sowie der Tod von Daniel Pearl, der in Pakistan entführt und hingerichtet wurde, zeigen deutlich, wie gefährlich es mittlerweile für Journalistinnen und Journalisten geworden ist, unabhängig und unfassend vom Ort des Geschehens berichten zu wollen. Im Zeitraum von 1994 bis 2002 sind von insgesamt 538 Journalistinnen und Journalisten, die in Ausübung ihres Berufes ums Leben kamen, 254 in Krisengebieten gestorben. Bei 73% gehen wir davon aus, dass sie vorsätzlich getötet wurden.“

Somit stellt sich die Frage, wie man einen Kriegsbericht erstatten soll, wenn das „offizielle“ Bild des Krieges keine Auskunft darüber gibt, warum überhaupt Krieg herrscht und Journalisten an diejenigen, die Informationen haben, weil sie den Krieg hautnah miterleben, nicht gelangen? Dann wählen viele Journalisten unter gerade einmal zwei Optionen aus: Entweder machen sie es sich zum Ziel, auf eigenes Risiko über den Krieg aufzuklären und zu berichten oder sie beschließen, sich auf Erzählungen und Hörensagen zu verlassen und sich diesen Meinungen, Ansichten, Erfahrungen und diesem Wissen über den Krieg, anzuschließen. Darum sollte man die Objektivität von Medien in Frage stellen, denn diese berichten leider oft einseitig. Auf diese Weise wird man als Leser schnell und einfach manipuliert, erst recht, wenn auch noch die Quellen zuvor vom Militär, der Politik oder den Zeugen manipuliert worden sind.

Es zeigt sich, dass man Kriegsberichterstattungen kritisch gegenüberstehen und nicht immer alles glauben sollte, was solche Berichte zu sagen vermögen. Das heißt aber nicht, dass alle Medien nur versuchen, den Menschen Lügen aufzutischen. Jedoch ist es mit Sicherheit angebracht, Medien mit gesundem Menschenverstand kritisch zu hinterfragen, um dann selbst zu entscheiden, ob man sich dieser Ansicht anschließt oder sie eben nicht teilt und eine eigene Position dazu entwickelt und vertritt. Katrin Strauch