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22.07.2009

Krise kostet vor allem jüngere Leute den Job

Die gute Nachricht: Werden junge Leute arbeitslos, finden sie in der Regel sehr viel schneller wieder einen Job als ältere. Zudem trifft sie die Arbeitslosigkeit im Vergleich allein deshalb meist nicht so hart, weil sie nicht die Verantwortung und finanzielle Belastung haben wie beispielsweise Familienväter. Die Analyse des Gewerkschaftsbundes zeigt also wenigstens, dass bei allem Elend der Krise wenigstens die Sozialauswahl beim Jobabbau funktioniert.

Trotzdem senden die Unternehmen damit ein fatales Signal aus: Wie soll sich ein junger Mensch mit einem System anfreunden, das ihn von Anfang an nicht richtig integriert. Wie soll er Zukunftsentscheidungen treffen – über die Gründung einer Familie nachdenken – wenn ihm die elementare Sicherheit dazu fehlt?
Die Krise verändert nicht nur die Wirtschaft, sie verändert die Gesellschaft. Die Jugendlichen beginnen, den Glauben an sich und ihre Chance zu verlieren. Dieser Perspektivlosigkeit gilt es entgegenzuwirken. Das geht in erster Linie natürlich über Arbeitsplätze – hier sind die Unternehmen gefordert. Es braucht eine Aufbruchstimmung – hier ist die Politik mit Ideen und tragfähigen Konzepten gefordert. Und es geht über bessere Bildung. Hier sind die Jugendlichen selbst gefordert. Denn auch das zeigt die DGB-Studie: Besonders hart trifft die Krise junge Leute ohne Schul- oder Berufsabschluss.
Die Voraussetzungen in Deutschland sind da, dass jeder einen Abschluss machen kann, wenn er nur will. Und Krise hin oder her – die Jugendlichen müssen wenigstens von ihrer Seite aus die Voraussetzungen für den Eintritt auf den Arbeitsmarkt schaffen.