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16.10.2008

Kühlschrank-Gutscheine

Es ist eine nette Geste, mehr nicht: Hartz-IV-Empfängern zur Rettung der Umwelt einen Zuschuss für den Kauf klimafreundlicher Kühlschränke zu gewähren ist etwa so, als ob man einem Verdurstenden in der Wüste zur Rettung ein Schnapsglas voll Wasser anbietet.

Solche Einzelmaßnahmen – und seien sie noch so gut gemeint – sind wertlos, solange sie nicht in eine Strategie eingebunden sind. Aber was Umweltminister Sigmar Gabriel und Wirtschaftsminister Michael Glos als „Nationalen Energieeffizienzplan“ verkaufen, ist ein politisches Armutszeugnis.

Wenn erkannt wurde, dass stromsparende Kühlschränke fürs Klima eine gute Sache sind – warum sollen dann nur Arbeitslosengeld-II-Empfänger zu Umweltengeln gemacht werden? Ganz zu schweigen davon, dass die, die bisher nach einem geschenkten Gebrauchtgerät Ausschau halten mussten, mit 100 bis 150 Euro nicht einmal annähernd in die Nähe des Kaufpreises eines Topgeräts kommen.

Und warum werden gerade Kühlschränke gefördert, warum nicht Energiesparlampen oder TV-Geräte ohne Standby-Funktion?
Nein, wer die Umwelt schützen will, muss die Gerätehersteller zu Verbesserungen zwingen – beispielsweise nach dem Top-Runner-Prinzip, bei dem das modernste Gerät den Verbrauchsstandard setzt und alle anderen nach und nach vom Markt genommen werden müssen – sowie bei der gesamten Bevölkerung Aufklärung betreiben. Und wer die Situation von Hartz-IV-Empfänger verbessern will, muss an anderen Stellen ansetzen, denn Kühlschränke sind garantiert nicht deren größtes Problem.