14. Dezember 2011

WirtschaftsKRAFT

zur Dossierseite
Wirtschaftskraft Nordschwarzwald
Vorheriges Bild
Nächstes Bild
Defakto Uhren
Defakto Uhren
Raphael Ickler
Raphael Ickler
Deafkto Uhren
Deafkto Uhren
Vorheriges Bild
Nächstes Bild

Liebhaber-Objekt für Design-Puristen und Entschleuniger

Braucht man heutzutage noch eine Uhr am Armgelenk? „Eigentlich nicht“, behauptet der Student Raphael Ickler und weist auf die komfortablen Zeitanzeige-Funktionen seines Smartphones hin. Genau deshalb hat der Sohn eines Pforzheimer Uhrenfabrikanten ein Produkt entwickelt, bei dem nicht die Funktion, sondern das Lifestyle-Gefühl dominiert: die Einzeigeruhr. Keine Sekundenanzeige. Keine Minutenanzeige. Nur die Stunde wird angezeigt.

Anzeige

Das Konzept sei zwar nicht völlig neu, aber die Umsetzung sei sehr eigenständig und unterscheide sich deutlich von anderen Modellen mit dieser besonderen Anzeige, bewertete die Fachpresse das Produkt aus Pforzheimer Herstellung. „Wer geübt ist, kann bis auf zwei oder drei Minuten Genauigkeit ablesen“, sagt Ickler und sinniert: „In unserer schnelllebigen Zeit kann der Träger der Uhr damit seinen eigenen Rhythmus finden.“

Zielgruppe der Einzeigeruhr seien zum Beispiel Design-Puristen und Liebhaber von ausgefallenen Objekten, außerdem „Leute, die runter kommen wollen von ihrem Termindruck und die das Tempo reduzieren möchten“, erklärt er.

Der 26-Jährige ist Chef des Ein-Mann-Unternehmens „Defakto Einzeigeruhren Uhrenmanufaktur Ickler GmbH“ an der Hirsauer Straße in Pforzheim, dem Oberzentrum der Region Nordschwarzwald. Zu seinen Kunden zählt Ickler Künstler, Architekten, „im Prinzip die ganze Bandbreite der Kreativszene“. Altersstruktur: „25 bis 55 Jahre, aber in der Mehrzahl eher die Jüngeren.“ Ist damit Geld zu verdienen? 270 Exemplare habe er bereits verkauft. Preisspanne zwischen 395 (Edelstahlausführung) und 480 Euro (Edelstahl in Mattschwarz mit PVD-Beschichtung). Er finanzierte damit sein Betriebswirtschaftsstudium an der Hochschule Pforzheim, dort im Fachbereich Werbung. Mit der Vermarktung der Einzeigeruhr nutzte er demnach eine ideale Verbindung zwischen Hochschullehre und praktischer Anwendung.

Der Jungunternehmer setzt auf die digitalen Verkaufskanäle. Große Messen wie Inhorgenta oder Baselworld nutzt er lediglich als Besucher. Seine Einzeigeruhr bringt Ickler via Internet an den Kunden. „Ich habe 2009 ohne großes Budget und nur mit einer Website begonnen“, erklärt er. Google, Facebook & Co. als Verkaufshilfen seien ihm anfangs suspekt gewesen.

Inzwischen nutze er die gesamte digitale Bandbreite des Social Media und anderer Segmente des Web 2.0. „Das sind sehr kosteneffiziente Kanäle“, meint der Uhrenbauer. Ideal sei auch die Möglichkeit zur Interaktion in Form von User-Kommentaren oder Blogs.

Design, Konzept, Vermarktung – „alles Ickler“, sagt der Jungunternehmer stolz. Und: „Die Uhr ist komplett Made in Germany“ – vom hochwertigen Schweizer ETA-Werk einmal abgesehen.

Kürzlich hat Ickler sein Produktportfolio in Richtung Funktionalität erweitert. Er brachte eine herkömmliche Zweizeigeruhr „Made in Nordschwarzwald“ auf den Markt: die Defakto Akkord. Und warum der Sinneswandel? „Es gab eine sehr hohe Nachfrage der Kunden. Und man kann ja das eine tun ohne das andere zu lassen“, sagt der geschäftstüchtige Uhrenbauer.

 

www.defakto-uhren.de

Autor: VON GERD LACHE

14.11.2013

Weitere Artikel, Bilder und Videos zum Thema

Artikel teilen
Anzeige


Digitale Beilage


Alle Informationen zum Thema "WirtschaftsKRAFT" erhalten Sie in unserem digitalen Prospekt.

» Zum Download «