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21.06.2009

Linke ringt mit sich selbst

Jetzt hat es also auch die Linke erwischt: Der schrullige Haufen mit den utopischen Ideen ist auf dem besten Weg, eine Partei wie jede andere zu werden. Mit Blick auf die Bundestagswahl werden auf dem Parteitag mögliche Debatten so gut es geht unterdrückt. Lieber im September ohne Parteiprogramm antreten als vorher Streit riskieren, der die Wähler irritiert. Macht kommt vor Inhalt – so kennt man es von den Etablierten.

Dummerweise hat die Linke nicht nur ein gewaltiges inhaltliches, sondern auch ein personelles Problem. Oskar Lafontaine ist inzwischen Zugpferd und Bremsklotz zugleich, weil viele in der SPD lieber lebenslang in die Opposition gehen würden als mit ihrem fahnenflüchtigen Ex-Vorsitzenden unter eine Decke zu kriechen.
Die Frage ist also: Wo ist die Perspektive? Auf ewig nur Stachel im Fleisch der SPD zu sein ist keine sonderlich prickelnde Aussicht, zumal der Niedergang der Sozialdemokratie sich nicht in entsprechenden Stimmenzuwächsen bei der Linken niederschlägt. Übelnehmen darf das den Wählern niemand. Mit Konzepten, die den Staat ruckzuck in den Ruin treiben würden, empfiehlt sich die Linke höchstens als Protestpartei. Zumal sie sich stets überfordert zeigt, wenn ihr irgendwo Verantwortung zufällt.
Die Stärke der Linken speist sich nahezu vollständig aus der Schwäche der großen Parteien. Solange deren Krise anhält, dürfen Lafontaine und Co. weiter ihre kruden Thesen verbreiten. Sie bleiben uns vorerst erhalten. So oder so.