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18.02.2008

Linke schließt Wegner aus

Her mit der Mauer und die Stasi aus der Versenkung! Keine Frage: Was die Abgeordnete Christel Wegner da möchte, ist schlicht indiskutabel und so absurd, dass es an Kabarett grenzt – und ist doch gar nicht lustig. Schon gar nicht für die Linke. Dass die Linke gestern die Notbremse zog und das DKP-Mitglied aus der Fraktion ausschloss, war ohne Alternative. Der angerichtete Image-Schaden ist schon schlimm genug. Bestätigt die Marxistin doch genau jene Vorurteile, die viele Menschen gegenüber den Linken haben: Bis ins Mark ideologisch gefärbt, weltfremd, tendenziell menschenverachtend – kurz: unwählbar. So wollte die Linke bestimmt nicht rüberkommen. Und doch beschreibt der Fall Wegner ein wirkliches Problem, das die Linke im Westen hat: Statt der Realos im Osten dominieren hier häufig tiefrote Altkommunisten. Will die Partei auch im Westen an Glaubwürdigkeit gewinnen, gilt es Kandidaten gründlicher zu prüfen – bevor sie zu Volksvertretern werden.