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20.01.2012

Manipulation der Medien - Durch wen und warum?

Schreiend rennt ein kleines Mädchen, nackt und mit schweren Verbrennungen, die durch Napalm bei einem irrtümlichen Bombenangriff auf die Heimat des Mädchens verursacht wurden, die Straße entlang. Neben ihr weitere Kinder, die ebenfalls schreien und rennen. Sie alle flüchten vor den Soldaten, die man hinter ihnen mit ihren Waffen sehen kann.

Es handelt sich um ein Bild, das der Photograph Nick Út in Vietnam aufgenommen hat. Hierfür hat er den Pulitzer-Preis gewonnen. Berechtigt, denn dieses Bild zeigt den Krieg von seiner schlimmsten Seite. Kaum etwas kann uns heutzutage noch schocken. Die täglichen Bilder in den Medien über den Krieg haben uns abgestumpft. Oft wird über Medienmanipulation gesprochen. Man weiß gar nicht mehr, was man glauben soll und was nicht. Dennoch erschrickt jeder, wenn er dieses Bild vor sich sieht. Bei Kindern allgemein sind wir anfälliger. Es könnte ja unser Kind sein, das gerade friedlich in seinem Bettchen schlummert. Was wäre, wenn so etwas ihm passieren würde. Man stellt es sich vor, das Kind, schreiend vor Schmerz wegen der Verbrennungen und das Gesicht vor lauter Angst verzerrt. Niemandem wird diese Vorstellung gefallen und doch ist sie bittere Realität.

Ein solches Bild zeigt uns den Krieg, macht uns deutlich, dass es nicht nur ein Streit zwischen Regierungen und organisierten Gruppen ist, sondern dass die ganze Bevölkerung darunter leiden muss, egal ob sie etwas dafür kann oder nicht. Und genau so sollte Kriegsberichterstattung sein. Sie sollte uns die nackte Wirklichkeit zeigen, ohne Bearbeitungen und Lügen, sollte uns beide Seiten zeigen, nicht nur die Fehler der Gegner, sondern auch die eigenen Fehler. Denn dann könnten wir auch wieder schockiert werden, weil wir wüssten, dass das, was uns da gezeigt wird, wirklich passiert ist. Irgendein Mensch musste das erleiden. Wir würden verständnisvoller werden.

Doch das ist leider nicht so. Heutzutage bestehen die Medien immer häufiger aus Visionen, die sich irgendjemand in den Kopf gesetzt hat und die die Wahrheit trotzdem noch lange nicht beinhalten. Jetzt könnte in einem die Frage aufkommen: Warum? Warum wird so etwas getan? Irgendetwas muss der Grund dafür sein, dass wir in den Medien manchmal die verschiedensten Informationen zu Kriegen lesen, sehen oder hören, die wir nicht miteinander vereinbaren können und die der Wahrheit nicht im Entferntesten nahe sind.

Aber zunächst sollte man fragen, was Journalisten antreibt, aus Kriegsgebieten zu berichten. Wer versichert ihnen, dass sie das überleben. Es herrscht schließlich Krieg. Wer sich ein Bisschen mit diesem Thema auseinander setzt, kann in dem Aufsatz „Pressefreiheit in Gefahr? Berichterstattung in Kriegs- und Krisenzeiten“ von Elke Schäfter lesen, dass innerhalb von acht Jahren, zwischen 1994 und 2002, 254 Journalisten in Kriegsgebieten ums Leben gekommen sind, darunter 73 %, die mit Vorsatz getötet wurden. Wer geht da noch freiwillig in ein Kriegsgebiet, nur um die Menschen zu informieren? ANSCHEINEND viele, denn wir können schließlich täglich in den Zeitungen von den Kriegsgeschehen in anderen Ländern lesen. Ob jedoch all die Reporter und Journalisten, die diese Artikel geschrieben haben, wirklich den Krieg mit eigenen Augen gesehen haben oder das Ganze bequem von zu Hause am Schreibtisch geschrieben haben, bleibt unbeantwortet.

Außerdem müssen wir auch den Aspekt betrachten, dass die Journalisten im Grunde genommen alles schreiben könnten, was sie wollten. So lange es sich immer noch realistisch anhört, kann keiner von uns das Gegenteil beweisen. Warum also sollten sie ihr Leben aufs Spiel setzen, wenn es auch anders geht? Warum sich Mühe machen, wenn man weiß, dass man die Nachrichten sowieso beispielsweise von Rendon Group, einem amerikanischen Nachrichtensender, der die ganze Welt mit Informationen versorgt, bekommt und dann nur noch die Details, die niemand so genau kennt, erfindet. Jetzt könnte man sicherlich denken, dass alle Journalisten gemeine und faule Betrüger sind, die es nur auf das Geld abgesehen haben.

Aber nicht nur die Journalisten können wir für die Manipulation in den Medien verantwortlich machen. Denn wie sollen sie etwas schreiben, wovon sie keine Ahnung haben? Wenn sie keine Informationen von den Ereignissen haben, wie sollen sie uns dann informieren? Und wer unterschlägt die Informationen? Die Regierung! Ohne ihre Erlaubnis können sie sich beispielsweise keinen Zugang zu Spezialeinheiten verschaffen und von vorderster Front berichten. Wie soll ein Journalist berichten, wenn er eingesperrt wird, weil er seinen Job tut? Und wie kann ein Reporter ein kritischer Reporter sein, wenn seine Arbeit überwacht wird? General Clark hat 2003 gesagt, dass die Heimatfront der wichtigste Kriegsschauplatz ist, und die Worte und Bilder die entscheidenden Waffen sind. Was hat er damit gemeint? Denken wir an das Wort Medienkrieg. Es muss ja nicht immer ein physischer Krieg sein. Ein Krieg mit Worten kann vollkommen ausreichen. Es ist uns allen geläufig und dennoch weiß der ein oder andere nicht, was es bedeutet. Ist uns allen klar, dass Medienkrieg zum Einen die unterschiedlichen Meldungen aus den Nachrichten, die sich gegenseitig ausstechen, meint, zum Anderen aber auch den Krieg um bestimmen zu dürfen, was zu einem bestimmten Thema gezeigt wird und somit der Bevölkerung einen Teil der Wahrheit zu verschweigen. Wenn man allein diese Art von Krieg betrachtet, kann man feststellen, dass hier schon, ohne direkt auf dem Kriegsfeld zu sein, der Krieg beeinflusst wird. Sieht man als Amerikaner einen amerikanischen Panzer von Flammen zerstört, denkt man natürlich sofort, dass der Gegner rücksichtslos und unberechenbar ist. Wenn uns aber die Bilder, die den Panzer der Gegner in Flammen stehend zeigen, unterschlagen werden, wie sollen wir dann das von unserem eigenen Land denken? Wir wollen, dass sich unser Militär für diese Tat rächt und bekommen überhaupt nicht mit, wie dieses in der Zwischenzeit schon wieder zurück geschlagen hat. So entsteht, allein durch Worte und Bilder, eine Spaltung und ein Hass zwischen den Bevölkerungen der am Krieg beteiligten Länder.

Die Frage, die bleibt, ist nun, was sollen die Reporter also tun? Wie sollen sie sich korrekt verhalten, wenn man all diese Umstände betrachtet. Wenn man sich nur ein wenig mit dieser Frage auseinandersetzt, kann man sehen, dass es nicht so einfach ist, wie wir uns das vorstellen, mit dem Berichten über Kriegsgeschehen. Sima Mergl