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26.10.2009

Mappus soll Regierungs- und Parteichef werden

Und der Sieger heißt – Stefan Mappus. Zwei Tage nach Bekanntwerden, dass Ministerpräsident Günther Oettinger auf Wunsch von Kanzlerin Angela Merkel als EU-Kommissar nach Brüssel wechseln soll, ist der Machtkampf in den Reihen der CDU darüber entschieden, wer künftiger Regierungschef in Baden-Württemberg werden soll.

Stefan Mappus hat sich durchgesetzt. Weitgehend geräuschlos. Der 43-jährige Vollblutpolitiker hatte von der ersten Minute an die Fäden in der Hand. Keiner wollte sich letztlich mit ihm anlegen. Aus Angst, den Kürzeren zu ziehen und danach aufs politische Abstellgleis zu geraten? Oder aus Verpflichtung gegenüber Partei und Staat?

Der Machtpolitiker aus Pforzheimer wird der neue starke Mann nicht nur im Land – auch in der Partei. Denn neben dem Posten des Ministerpräsidenten winkt ihm zudem der Parteivorsitz. Und die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2011 als Sahnehäubchen obendrauf. Was will man mehr?

Anders als Oettinger, der auf Harmonie und Transparenz gesetzt hat, dem aber zuweilen die kraftvolle Hand des Regierens abging, bevorzugt Mappus eher die hemdsärmlige Art. Und die hat ihm nicht immer nur Freunde in den eigenen Reihen eingebracht. Von der Opposition ganz zu schweigen.Auch ausufernde Informationspolitik war bisher nicht seine Sache als Fraktionschef. Mappus wird sich wandeln müssen, will er Partei und Gesellschaft mitnehmen. Seine Bewährungsprobe steht dem künftigen Ministerpräsidenten erst noch bevor – die Landtagswahl im März 2011. Spätestens dann wird sich zeigen, ob er die Bevölkerung von sich überzeugen konnte und ihr Vertrauen genießt.