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03.09.2009

Markus Schupp wird neuer Trainer beim Karlsruher SC

Zugegeben: Es gibt viel mehr, was den Karlsruher SC und den VfB Stuttgart trennt statt eint, schließlich sind beide Clubs erbitterte Rivalen. Doch manchmal gibt es auch erstaunliche Parallelen. Die Situation im Wildpark ähnelt der bei den Schwaben Ende November 2008. Ein verdienter und beliebter Trainer rutscht aus der Erfolgsspur, wird entlassen und hinterlässt eine verunsicherte Mannschaft, die im Tabellenkeller steckt. Der VfB erkor damals Markus Babbel zum Nachfolger von Armin Veh, beim KSC wird jetzt Markus Schupp das Erbe Edmund Beckers antreten.

Babbel hat seinen Spielern Beine gemacht und ihnen eine Siegermentalität eingeimpft. Ebenso wie sein Stuttgarter Kollege trägt auch Markus Schupp das Bayern-Gen, ist jung an Jahren und relativ unverbraucht. Keine schlechten Voraussetzungen also für den Mann, der bei Wacker Burghausen bereits Zweitligaerfahrung gesammelt hat und nun den KSC aus dem Tal der Tränen führen soll.
Gleichwohl hat es Schupp gegenüber Babbel schon deshalb viel schwerer, weil die Qualität des Karlsruher Kaders zu wünschen übrig lässt. Dies sollte ihn aber nicht entmutigen. Mit einem guten Mannschaftsgeist lässt sich mangelnde individuelle Qualität ausbügeln.
Ehe Schupp allerdings einen gruppendynamischen Prozess auslösen kann, muss er viele Probleme lösen. So hat der Kader weder eine feste Struktur noch einen Leader. Ein Typ wie der zu Eintracht Frankfurt gewechselte Maik Franz wird schmerzlich vermisst. Hinzu kommen die Personalien Markus Miller und Dino Drpic. Der einstige Stammtorwart war wegen seiner hohen Bezüge zu den Amateuren abgeschoben worden und will nun zu den Profis zurückkehren. Und Innenverteidiger Drpic wollte Karlsruhe verlassen, es fand sich allerdings kein neuer Verein. Entsprechend lustlos und frustriert tapert der Kroate über den Trainingsplatz.
Schupp wird sich den Baustellen beim KSC annehmen müssen. Und zwar schnell. Denn sonst laufen die Badener Gefahr, im Niemandsland der zweiten Liga zu verschwinden oder gar in die Abstiegszone zu rutschen.