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16.10.2008

Mehr Gerechtigkeit bei Geldstrafen

Strafe muss sein, soviel ist sicher. Doch sie muss vom Täter auch als solche empfunden werden. Gerade bei Geldstrafen entstand in jüngster Vergangenheit häufig der Eindruck, dass sie unzureichend sind. So musste sich der wegen Steuerhinterziehung belangte Spitzenmanager mit einem Jahresnettoeinkommen von sechs Millionen Euro bislang nicht weiter grämen, wenn er etwa 300 Tagessätze zu maximal 5000 Euro aufgebrummt bekam.

Treffend

Denn für ihn bedeutete das lediglich eines: Beispielsweise ein Privat-Party-Auftritt von Hollywood-Star Jennifer Lopez für 1,5 Millionen Euro weniger. Und mal ehrlich: Das ist wirklich keine Strafe.

Mit dem vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurf wird sich das künftig ändern. Denn mit einem Spitzentagessatz für Spitzenverdiener in Höhe von 20 000 Euro wird eine Geldstrafe endlich wieder zu dem, was sie eigentlich sein soll: Eine echte Strafe, die jeden Täter – auch den gut Betuchten – schwer trifft. Nur wenn eine Sanktion richtig weh tut, hat sie auch einen Sinn. Nämlich die Erziehung zur Besserung. Und möglicherweise auch die Erkenntnis, sich nicht einfach alles leisten zu können.