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01.10.2008

Mehr Rechte für Bahn-Fahrgäste

Bei der Bahn wird man sich die Hände reiben: Das sogenannte Fahrgastrechtegesetz, das gestern vom Bundeskabinett beschlossen wurde, dürfte dem Konzern keine Kopfschmerzen bereiten. Viel zu großzügig sind die Regeln ausgelegt, als dass sie die Bahn zu größerer Pünktlichkeit zwingen würden.

Mit halber Kraft

Bei 60 Minuten Verspätung bekommen Fahrgäste schlappe 25 Prozent des Preises zurück, erst wenn sich ein Zug um zwei Stunden verspätet, kostet die Fahrt nur die Hälfte. Das sind Pseudo-Druckmittel, die der Mehrzahl der Kunden nichts bringen. Schmerzlich sind für Pendler wie Fernreisende auch Verspätungen von einer Viertel- oder halben Stunde – vor allem, wenn ein Anschlusszug verpasst und damit der komplette Reiseplan auf den Kopf gestellt wird. Und so weit, dass Verspätungen von einer Stunde oder mehr eher selten sind, ist die Bahn glücklicherweise inzwischen schon. Die neuen Vorschriften sind also nicht mehr als ein Beruhigungsmittel für geplagte Bahnkunden. Nur wer sein Urteil unter dem Motto „Besser als gar nichts“ fällt, kann damit zufrieden sein.