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Endstation Betongleitwand:  Unfall oder Absicht?
Endstation Betongleitwand: Unfall oder Absicht?

Mit Tempo 100 in die Betonwand: Fahrer wieder frei

PFORZHEIM. Ein 35-jähriger Mann aus Zweibrücken, dem die Pforzheimer Staatsanwaltschaft nach einem Unfall auf der A 8 bei Pforzheim versuchten Totschlag seiner Ehefrau vorwirft, ist wieder auf freiem Fuß.

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Der Haftrichter setzte den Haftbefehl gegen Dragan S. (Name geändert) bei einem Haftprüfungstermin am Montag unter strengen Auflagen außer Vollzug, wie Oberstaatsanwalt Christoph Reichert als Leiter der Anklagebehörde am Dienstag zur PZ sagte. Der Haftbefehl sei damit aber nicht aufgehoben und könne bei einem Verstoß gegen die Auflagen jederzeit wieder in Kraft gesetzt werden, so Reichert weiter. Das zeige, dass der Haftrichter weiterhin vom dringenden Tatverdacht gegen den Mann überzeugt sei, sagte Reichert.

„Aus Schutzgründen“

Die Auflagen bestehen darin, dass der Mann seinen Aufenthaltsort und jeden Ortswechsel bei den Behörden melden muss. Außerdem musste er seinen Pass abgeben. Da Dragan S. serbischer Staatsbürger ist, fürchtete die Staatsanwaltschaft, dass er sich in Richtung Belgrad absetzen könnte. Diese Fluchtgefahr war auch der Grund für die Untersuchungshaft gewesen. Neben diesen Auflagen hat der 35-Jährige auch den Kontakt zu seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau verboten bekommen. „Das haben wir aus Schutzgründen getan“, so Reichert.

Dragan S. soll in der Neujahrsnacht versucht haben, seine Frau und auch sich selbst umzubringen, indem er auf der Heimfahrt von einer Silvesterparty in Pforzheim seinen Mercedes bei Tempo 100 in die Beton-Gleitwand der Autobahn steuerte. Zuvor soll er seiner Noch-Ehefrau angedroht haben, sie auf diese Art zu töten. Der Mercedes schleuderte entgegen der Fahrtrichtung über 100 Meter, ehe er zum Stillstand kam. Dragan S. bestreitet dies. Ein Fahrfehler beim Überholen habe zu dem Unfall geführt.

Führerschein weg

Das Gutachten eines Verkehrssachverständigen werde noch im Lauf der Woche erwartet, sagte der Oberstaatsanwalt. Auch eine zweite Vernehmung eines Lastwagenfahrers, der den Vorfall auf der Autobahn beobachtet hatte, steht noch aus. Der Fernfahrer sei ständig unterwegs und schwer zu erreichen, sagte Reichert. Als gesichert gelten PZ-Informationen, nach denen bei Dragan S. in der Unfallnacht 0,8 Promille Alkohol gemessen wurden und er seinen Führerschein abgeben musste.

Autor: marek klimanski

26.01.2010

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