
KARLSBAD. Mit einer spontanen Aktion haben gestern rund 200 Beschäftigte der Firma Harman Becker den Abtransport von Produktionsmaschinen aus dem Werk in Ittersbach nach Ungarn verhindert. Als gegen 8.30 Uhr ein Lastwagen mit ungarischem Kennzeichen auf das Werksgelände rollte, versammelten sich die Mitarbeiter in der Fertigungshalle, um sich vom Betriebsrat über den von der Geschäftsleitung geplanten Abtransport von Fertigungsanlagen informieren zu lassen.
Im Rahmen des angekündigten Abbaus von 285 Arbeitsplätzen soll ein Teil der Produktion nach Ungarn verlagert werden. Die Informationsveranstaltung wurde nach Aussage des Betriebsrats über Stunden ausgedehnt, was die Produktion in der Halle zum Erliegen brachte. Die Personalleitung drohte Konsequenzen an. Angesichts der massiven Präsenz verzichteten die mitgereisten ungarischen Monteure auf den Abtransport. Der Lastwagen fuhr schließlich leer vom Werksgelände. Am Dienstag entscheidet das Arbeitsgericht Karlsruhe über das weitere Vorgehen in den Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung über den Stellenabbau. Das Unternehmen wurde 1945 von Max Egon Becker in Pforzheim gegründet und begann mit der Herstellung von Autoradios. Heute sind es High-End-Audiosysteme bis zum kompletten Infotainment-System mit Navigation, Internet, MP3, TV, DVD und Video. ne





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