

PFORZHEIM. Es hat schon etwas Mystisches: Ein von Fackeln illuminierter Zug von neun, in schwarze bodenlange Gewänder gehüllte Gestalten hält auf den Turnplatz zu – scheinbar schwebend, gleitend, den Gesetzen der Schwerkraft trotzend.
Dieses effektvolle und atmosphärische Szenario hat am Freitagabend bei Einbruch der Dämmerung die 17. Auflage des „Internationalen Pforzheimer Musik und Theater Festivals“ eröffnet. „Ulik & Le Snob“ heißt die deutsch-französische Co-Produktion, die mit ihrem Programm „gliSSSSSSSSSendo“ (vom italienischen glissando abgeleitet, übersetzt: gleiten) auf dem mit rund 3000 Menschen besetzten Turnplatz Straßenkunst der kreativen Art zeigte.
Ein Blickfang: Die Spezialanfertigungen einiger Instrumente, wie das den Körper des Musikers mehrfach umschlingende Sousaphon oder die in bizarren Windungen geformte Trompete. In einer Mischung aus Musik, Theater und Tanz inszenierte sich die Truppe als rollendes Ballett, das wie von Geisterhand gesteuert über den Asphalt surrte. Welche technische Finesse diese Art der Fortbewegung möglich macht, das verbargen die langen Kutten der Akteure.
Zur Musik der zeitgenössischen Komponisten Philip Glass und Michael Nyman zogen sie ihre Kreise und Linien, nicht ohne eigenmächtig Exkursionen ins dicht gedrängte Publikum zu unternehmen. Viel Beifall für eine äußerst innovative Darbietung.
Autor: Petra Joos





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