
Politik ist eine spannende Sache“, sagt Younes Ouaqasse, Chef der Schüler Union. Die Pforzheimer Vorsitzenden der Jugendparteien stimmen ihm zu und werben bei Jugendlichen dafür, sich politisch zu engagieren. Sven Gerst, Pforzheims Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen (JuLis), stellt allerdings eine Politikverdrossenheit unter jungen Menschen fest.
Die Jugend nehme viele Aussagen der Politiker in Berlin und Stuttgart als „Halbwahrheiten und Lügen“ wahr, so Gerst. Politik erscheine dadurch unglaubwürdig. Ganz anders sieht es Jacques Grießmayer, Kreisvorsitzender der Jungen Union (JU). Er kann nicht bestätigen, dass die Jugend politisch desinteressiert wäre. Ganz im Gegenteil, die Mitgliederzahlen wüchsen stetig. Celia Jung, Kreisvorsitzende der Jungsozialisten (Juso), nimmt ebenfalls die Jugendlichen in Schutz. Ihres Erachtens spielt die Außenpolitik eine zu große Rolle, während „für junge Menschen die Schließung eines Jugendzentrums viel wichtiger ist“. Emre Nazli, Kreisvorsitzender Bündnis90/Die Grünen und hiesiger Ansprechpartner der Grünen Jugend, spricht von einer vom Medienkonsum verursachten „gefühlten“ Politikverdrossenheit. Medien könnten die Meinungsbildung zwar fördern, aber auch vorwegnehmen.
„Politik erlebbar machen“ ist für Grießmayer von der JU die wichtigste Aufgabe. Zusammen mit den Mitgliedern reist er nach Berlin oder Brüssel und veranstaltet Diskussionsabende mit CDU-Politikern. Berührungsängste mit der Politik baut man bei den JuLis bei einer Runde Bowling oder einer Billardpartie ab. In der Rolle des Erklärers sieht sich Jung mit ihren Jusos, die vor allem bei öffentlichen Veranstaltungen mit Altersgenossen in Kontakt treten wollen. „Viele sehen der Zukunft pessimistisch entgegen und bewerten ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt negativ“, so Jung. Bei der Grünen Jugend vermittelt man mit Info-Ständen auf Konzerten den Eindruck, dass Politik nicht „steif“ sein muss.
Und warum ist aus Sicht der Vorsitzenden Politik nicht uncool? „Politik geht alle an“ meint Juso-Chefin Jung und fügt hinzu, dass „keine Meinung zu haben viel uncooler ist“. „Politisch mitmachen heißt, die Dinge verändern zu können“, erklärt Gerst von den JuLis. „Cool ist, das gute Recht der Meinungsfreiheit nutzen zu können“, meint Nazli (Grüne). Und JU-Vorsitzender Grießmayer: „Engagement kommt auch gut beim Arbeitgeber oder Lehrer an.“vuf





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