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Einen neuen Anlauf zur Fusion  unternehmen derzeit der Club und die Rassler.
Einen neuen Anlauf zur Fusion unternehmen derzeit der Club und die Rassler.
© Ketterl, PZ-Archiv

Nächster Versuch einer Fusion von FCP und VfR

PFORZHEIM. Der Versuch einer großen Fußballfusion in Pforzheim gleicht weiter einer Achterbahnfahrt. Hatten der 1. FC und der VfR Pforzheim sich zuletzt wieder angenähert, werden nun die städtischen Finanzen zum Problem.

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Am vergangenen Samstag warb Robert Drotleff vom VfR-Vorstand in einem großen Interview mit der Pforzheimer Zeitung eifrig für die Fusion. Doch nur fünf Seiten weiter hinten in derselben PZ-Ausgabe stand zu lesen, was ihm ebenso wenig geschmeckt haben dürfte wie den Vertretern des FCP: Die Stadt muss sparen. Und dem Rotstift zum Opfer fallen werden auch 550.000 Euro aus der Finanzplanung für die kommenden drei Jahre, die für den Ausbau des Holzhofes – die sportliche Heimat des VfR Pforzheim und eines möglichen Fusionsvereins – bereitgestellt werden sollten.

Eigentlich war die Fusion der beiden Pforzheimer Traditionsvereine im Oktober 2006 bereits besiegelt. Doch sie platzte im Mai 2007 wieder. Beide Vereine nannten mangelnde Planungssicherheit als Grund, weil sie vergeblich auf definitive Zusagen der Stadt zum Ausbau des Holzhofstadions gewartet hätten. „Mittlerweile sind wir wieder auf einem guten Weg, die Fusion zu bewerkstelligen“, so Robert Drotleff zuletzt.

Definitive Zusagen der Stadt könnten auch in den kommenden Jahren das Problem sein. Doch den neuen Anlauf zur Fusion möchte deshalb keiner der Beteiligten voreilig beerdigen: „Wir haben die Summe für den Holzhof-Ausbau gestrichen, weil es derzeit ja offiziell keinen Beschluss über eine Fusion mehr gibt“, verweist Pforzheims Oberbürgermeister Gert Hager auf den Status Quo, erklärt aber: „Wenn sich wieder ernsthaft etwas tut, sind wir sofort gesprächsbereit.“ Der politische Wille der Stadt, eine Fusion zu unterstützen, sei weiter da. Und er freue sich sehr, dass die Vereine wieder miteinander im Gespräch seien.

Wie eine Unterstützung durch die Stadt aber konkret aussehen könnte, ist die große Frage. Dass der Holzhof-Ausbau mit freien Haushaltsmitteln finanziert werden könnte, ist unwahrscheinlich. Schließlich muss die Stadt alleine bei den Investitionen in den kommenden Jahren 100 Millionen Euro streichen.

Erlös aus FCP-Gelände nutzen

Doch die Mittel für einen Holzhof-Ausbau könnten im Falle einer Fusion natürlich aus dem Verkauf des FCP-Geländes kommen. Das sieht auch Marco Nabinger, Pressesprecher des Fußball-Verbandsligisten aus dem Brötzinger Tal, so. „Der Wunsch nach Fusion und Stadionausbau sowie der Sparzwang bei der Stadt wirken zunächst wie ein Widerspruch. Aber nur, wenn man nicht genau hinsieht.“ Laut Nabinger könnte die Stadt von einer Fusion nämlich langfristig finanziell profitieren. Würde der Erlös aus dem Geländeverkauf im Westen der Stadt (FCP) in den Ausbau der Anlage im Osten der Stadt (VfR) gesteckt, müsste die Kommune nur noch eine renovierte Anlage anstelle von zwei sanierungsbedürftigen Stadien unterhalten. Und da sieht Nabinger durchaus Einsparpotenzial. Ohne Fusion aber gäbe es auch keinen Verkauf des FCP-Geländes.

Die Forderungen der Vereine liegen auf dem Tisch: Ein vierter Platz soll auf dem Holzhof her, der Hartplatz in einen Kunstrasenplatz umgebaut werden. Außerdem soll das Stadion eine Tribüne erhalten, die auch dem Verein neue Räumlichkeiten bietet. Und die Frage des Schankrechts auf dem Holzhof ist zu klären.

Autor: pz-Redakteur Udo Koller

28.01.2010

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