25. Juli 2012

Miss & Mister Freibad

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© dpa

Nerv-Kinder und Brutzel-Blondinen: Kleines Lexikon der Freibadgänger

Mit der Hitze strömen die Menschen wieder in die Freibäder der Region: Dabei lassen sich, egal ob in Pforzheim, Ötisheim, Mühlacker oder Neuenbürg, immer wieder ähnliche Schwimmbadgänger-Typen in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. PZ-news zeigt eine kurze Auswahl der vielfältigen Freibadspezies:

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- DER ARSCHBOMBER: Der Quälgeist eines jeden Schwimmers. Er steht am Beckenrand oder wartet darauf, dass der Bademeister den Sprungturm öffnet. Am liebsten springt der oft übergewichtige Arschbomber millimeterscharf neben weibliche Freibadbesucher ins Wasser. Er ist der größte Gegenspieler des Bademeisters, der versucht, den Arschbomber per Lautsprecher in Schach zu halten - meist vergebens. Denn der Arschbomber tritt fast nur in Gruppen auf.

- DER SPORTSCHWIMMER: Er krault schon morgens seine Bahnen, denn da kommt ihm kein Nichtschwimmer in die Quere. Ausgerüstet mit enger Badehose und einer Schwimmbrille pflügt er durch das (noch) klare Wasser. Wütend wird der Sportschwimmer nicht nur, wenn ihm Jugendliche in den Weg springen, sondern auch, wenn tratschende Damen, stets mit dem Kopf über dem Wasser, seinen Weg kreuzen.

- DER LEDERHÄUTIGE RENTNER: Auch er ist schon morgens im Freibad anzutreffen - schließlich muss er sich den besten Platz sichern. Seine Liege steht immer in Achse zur Sonne, für Lichtschutzfaktor 20 plus hat der Lederhäutige nichts übrig. Die gut gefüllte Kühltasche steht griffbereit neben der Liege. Der Sonnenschirm ist nur ein Alibi. Gern kommt er in Begleitung seiner ebenfalls tiefbraunen Frau.

- DIE KICHERNDE PUBERTIERENDE: Sie ziert sich lange am Beckenrand, kreischt laut, wenn sie den Zeh ins Wasser hält. Die Kichernde hält sich bevorzugt mit ihren Freundinnen am Beckenrand auf und wartet darauf, von Halbstarken ins Wasser geworfen zu werden.

- DAS NERV-KIND: Bevor es stundenlang im Wasser planscht und hineinpinkelt, schreit es lauthals, wenn die Eltern versuchen, ihm Schwimmflügel überzustreifen. Zum Trost bekommt es ein Eis.

- DIE PLANSCHBECKEN-CONNECTION: Besteht ausschließlich aus Müttern von Nerv-Kindern. Die meist in beachtlicher Lautstärke vorgetragenen Gespräche pendeln zwischen neuen Frisurentrends und Mitteln gegen nächtlichen Brechdurchfall der Nerv-Kinder. Der beste Platz am Kinderbecken wird mit Öffnung des Schwimmbades von der Alpha-Glucke belegt und bis zur Schließung von Mitgliedern des Mutterrudels gehalten.

- DAS TURTELNDE PÄRCHEN: Es schäkert und zärtelt und wird dabei gerne gesehen. Es dümpelt so lange im seichten Wasser, bis die Haut ganz schrumpelig ist - auch knautschig kann man knutschen.

- DIE GROSSFAMILIE MIT ODER OHNE MIGRATIONSHINTERGRUND: Sie lagert immer im Schatten und hat Essensvorräte für mehrere Tage dabei. Aus den Taschen quillen Chips, Cola, Brot oder auch mal gebratene Lammspieße. Der Nachwuchs ist dennoch nicht zufrieden und steht am Freibad-Kiosk um Eis und Pommes mit Mayo an.

- DER KIOSK-HOCKER: Tritt meist in Gesellschaft eines kühlen Weizenbiers auf. Hat am Schwimmbadkiosk seinen Stammplatz – sehen und gesehen werden ist seine erste Priorität. Hierbei kann er seinen sorgsam antrainierten Bierbauch sobald eine attraktive Dame vorbeikommt bemerkenswert schnell einziehen.

- DIE BRUTZEL-BLONDINE: Meist jugendlich bis junggeblieben. Ähnlich dem lederhäutigen Rentner ist das Bräunen ihr einziges Anliegen, wodurch sie sich auch von nichts abbringen lässt und maximal ab und an einen Blick auf ihr Smartphone wirft. Begreift das Schwimmbad als nette Alternative für die Sonnenbank. Achtung: Explosionsgefahr bei ungewolltem Wasserkontakt!

- DIE LEGENDE: War schon immer da. Wird immer da sein. Meist für eine beliebige Geschichte oder Eigenschaft bei jedem Schwimmbadbesucher bekannt, ganz gleich ob man jemals ein Wort mit der Legende gewechselt hat oder nicht. Ist eine Art inoffzielles Maskottchen und kommt gerüchteweise auch im Winter ins Bad.

Autor: dpa/dod

25.07.2012

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