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07.04.2008

Neue Polizeiuniformen für Baden-Württemberg

Keine Frage: Nach 30 Jahren grün-beige ist es auch in Baden-Württemberg Zeit für ein neues Erscheinungsbild der Polizei. Blau ist inzwischen national und international überwiegend die Farbe der Ordnungsmacht, und wenn schon ohnehin etliche Ausstattungsdetails der Polizeiuniform modernisierungsbedürftig sind, ist in diesem Zug auch ein Farbwechsel sinnvoll. Die Chance allerdings, gleichzeitig im Auftritt den Fuß ins 21. Jahrhundert zu setzen, hat die Polizeiführung in Baden-Württemberg verpasst.

Die Dienstkleidung von Polizisten muss in erster Linie funktional sein, im Sinne der Sicherheit der Beamten als solche klar erkennbar und möglichst bequem zu tragen. Dass sie gut aussehen soll, ist zwar wünschenswert, aber nicht Bedingung, zumal diese Bewertung ohnehin vom Zeitgeist und von Geschmack und Generation des Betrachters abhängig ist.
Dennoch sollten sich die Beamten mit ihrer Uniform identifizieren können, sie gerne tragen und mit ihr auch von der Bevölkerung respektiert und angenommen werden. Ob man will oder nicht: Das Erscheinungsbild der Beamten trägt eben auch zum Image der Polizei bei – und dieses hat sich in der Praxis schon längst weit von der wilhelminischen Obrigkeitserscheinung des Wachtmeisters mit Mäntelchen und blanken Uniformknöpfen entfernt. Die aber lebt auch in der neuen blauen Dienstkluft sichtlich fort.
Bei den Entscheidungsträgern der baden-württembergischen Polizei ist es aber offenbar noch nicht angekommen, dass sich Autorität und Modernität nicht zwangsläufig ausschließen müssen. Schade. Der bürgernahe persönliche Auftritt vieler Polizeibeamter im Land, der längst das Gegenteil beweist, hätte ein zeitgemäßeres Kleid verdient gehabt.