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07.06.2009

OB-Wahl in Pforzheim: Wählern fehlte die Klarheit

Das Unentschieden ist die Quittung für einen schwachen OB-Wahlkampf ohne klare Themen. Deshalb ist es auch keine echte Überraschung. Keiner der beiden Favoriten hat klar genug gesagt, was er oder sie in den nächsten acht Jahren für Pforzheim eigentlich erreichen wollen. Viele Bürger sind deshalb erst gar nicht wählen gegangen oder haben aus Verlegenheit einem dritten Kandidaten an Stelle der beiden Favoriten ihr Vertrauen geschenkt.

Das erklärt auch die schwache Wahlbeteiligung. Das relativ starke Abschneiden der beiden Außenseiter mit zusammen mehr als 15,5 Prozent zeigt – so bitter diese Erkenntnis sein mag – zugleich, dass sich Christel Augenstein und Gert Hager nicht als starke Persönlichkeiten für das wichtigste Amt in der Stadt präsentieren konnten.

Doch der Wahlkampf alleine entscheidet keine Wahl. Da gibt es noch andere Faktoren. Die CDU zum Beispiel muss sich die Frage gefallen lassen, warum sie als stärkste politische Kraft in einer baden-württembergischen Großstadt nur mit einer Empfehlung in den Wahlkampf gegangen ist, anstatt mit einem hauseigenen Kandidaten deutlich zu machen, dass sie nicht Zaungast in Pforzheim ist, sondern die Geschicke der Stadt selbst gestalten will. Man muss auch keine prophetischen Gaben besitzen, um sich vorzustellen zu können, dass viele Christdemokraten an der Basis sich genau dieselbe Frage gestellt haben und sich der Wahlempfehlung des Parteivorstands – mag sie strategisch noch so plausibel klingen – klammheimlich widersetzt haben.

In drei Wochen dürfen wir uns nun noch einmal entscheiden. Für die verbleibenden Kandidaten vielleicht Zeit genug, ihre Vision, ihre Botschaften und Themen verständlich zu machen und damit das Vertrauen in die künftige Rathausspitze zu stärken. Aber ohne überzeugende Signale ins Wahlvolk hinein wird am Ende nicht der Bessere siegen, sondern eher der Zufall einen der Kandidaten die OB-Wahl gewinnen lassen. Ob das die Stadt voranbringt, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden. Die Kernfrage lautet dann eher: Was kann Pforzheim dabei gewinnen?