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26.06.2009

OB-Wahlkampf geht zu Ende

Demokratie lässt uns die Wahl – zum Glück. Demokratie ist damit auch Wettbewerb im besten Sinne des Wortes. Als Wähler in Pforzheim können wir nicht nur zwischen den Kandidaten entscheiden, sondern deren Arbeitsweise, deren Ideen und deren Gradlinigkeit auf unseren persönlichen Prüfstand stellen. Das ist ein ganz entscheidender Vorteil unserer Gesellschaftsordnung gegenüber den einstigen Apparatschik-Republiken à la DDR, wo nicht die Sache, sondern allein das System und dessen Repräsentanten im Vordergrund standen.

In Pforzheim dürfen wir am Sonntag endgültig zwischen Christel Augenstein und Gert Hager entscheiden. Beide Kandidaten haben reichlich Zeit gehabt, uns ihre Strategie für die nächsten acht Jahre darzulegen. Wir müssen nun darüber abstimmen, wem wir am ehesten zutrauen, Oberhaupt aller Pforzheimer zu sein und diese Stadt in die bestmögliche Zukunft zu führen. Wen halten wir am ehesten für geeignet, wem trauen wir die Kraft zu, die entscheidenden Weichen zu stellen und in welche Richtung sie weisen sollen?
Der demokratische Wettbewerb auf dem Weg ins höchste Amt der Stadt kann dabei erhellend sein oder den Bürgern einer Stadt gar neue Erkenntnisse vermitteln. Er ist in jedem Fall aber notwendig. Er kann schon mal mit härteren Bandagen geführt werden. Er muss aber nicht zwangsläufig in persönlicher Feindschaft zweier Kandidaten oder politischer Lager münden – wenn man die Regeln unseres politischen Systems richtig verstanden hat.
Der demokratische Wettbewerb darf kein Kampf um die persönliche Ehre sein. Damit kann keine Zukunft gestaltet werden. Allein der sachlich geführte Ideen-Wettbewerb gibt uns Wählern die entscheidenden Hinweise über die persönliche und fachliche Eignung der Bewerber. Ohne diese wichtigen Impulse stünden am Sonntag viele Wähler ratlos vor der Urne – wenn sie denn überhaupt noch hingingen.
Im nun hinter uns liegenden Wahlkampf haben die Kontrahenten das ganze Spektrum der Demokratie ausgeschöpft. Jetzt muss wieder gelten: Wer immer am Sonntag diesen Wettbewerb für sich entschieden hat, ist das Stadtoberhaupt aller Pforzheimer. Dafür dürfen wir wählen, auch wenn wir anders abgestimmt haben.