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13.01.2009

Obamas Umgang mit Folter und Guantánamo

Nur gerecht Verdient hätten sie einen Prozess allemal. Was sich die noch amtierende Regierung im Namen des Kampfes gegen den Terror alles geleistet hat und im Falle des Gefangenenlangers Guantánamo auf Kuba weiter leistet, ist eine grobe Missachtung von Menschenrechten. Verhörmethoden wie das berüchtigte „Waterboarding“, bei dem den Gefangenen das Gefühl vermittelt wird, dass sie ertrinken; die Verschleppung und Inhaftierung von Menschen, die anschließend jahrelang ohne Prozess festgehalten werden – diese Methoden sind kriminell. Und sie haben unter anderem zu dem massiven Ansehensverlust geführt, den der kommende Präsident dringend wieder wettmachen muss, wenn er den USA zu neuer politischer Stärke verhelfen will.

Mit vollmundigen Versprechen sollte sich Obama dabei aber zurückhalten. Dass er die Ankündigung kassieren muss, das Lager in Guantánamo spätestens 100 Tage nach seinem Amtsantritt zu schließen, dürfte ihm eine Lehre sein. Die Erwartungen an ihn sind ohnehin schon riesengroß – er täte gut daran, sie nicht selbst ins Unermessliche zu steigern.