

PFORZHEIM. Den Wildpark besuchten im vergangenen Jahr etwa 400 000 Gäste aus Pforzheim und ganz Baden-Württemberg. Die Kutschfahrten waren für sie eine besondere Attraktion. Jetzt ist eines der Kutschpferde gestorben.
Sie waren ein imposantes Gespann: Die beiden Ardenner Kaltblüter zogen jahrelang die Kutsche im Wildpark. „Nic“ überragte dabei noch seinen mächtigen grauen Freund „Nomad“. Jetzt ist „Nic“ gestorben. Bevor sie vor Jahren in die Freizeiteinrichtung kamen, hatte sie geholfen, Baumstämme aus dem Wald zu holen. Immer wieder hatten sie später auf ihren Rundtouren durch den Wildpark vorbei an den Gehegen für glückliche Kinder und deren Eltern gesorgt.
Nach dem Sommer hatten beide Probleme mit den Beinen, sagt Wildparkchef Carsten Schwarz. Die Kutsche blieb deshalb im Unterstand stehen. Wenige Tage vor Weihnachten stellte der Tierarzt dann bei „Nic“ einen schmerzhaften Abszess am rechten Huf fest. Das Pferd kam in die Tierklinik Bretten. Eine Operation brachte eine kurzzeitige Linderung, erinnert sich Tierpflegerin Maya Rosenberg. Zu Silvester verschlechterte sich die Entzündung. Die Tierärzte empfahlen, das mindestens zehn Jahre alte Pferd einzuschläfern. „Ich habe mich dann von ihm verabschiedet“, sagt Rosenberg. Durch die Schmerzmittel habe er wohl nichts mitbekommen.
Jetzt steht „Nomad“ alleine in seiner Koppel. Auf die Dauer aber, sagt Carsten Schwarz, brauche das Herdentier Gesellschaft. Für Christine Stavenhagen, Vorsitzende des Fördervereins, stellt sich noch ein anderes Problem: „Wir haben im Moment keinen Kutscher.“ Zuerst müsse man diese Frage lösen und dann entscheiden, ob man ein zweites Pferd dazukaufe. Das würden die Verantwortlichen auf ihrer nächsten Versammlung besprechen. Der Förderverein hatte seinerzeit unter anderem die Kutsche und den Unterstand für über 50 000 Euro angeschafft. Klar sei aber auch: In den Sommermonaten sind die Kutschfahrten eine Attraktion.
Als kleinere Maßnahme wird der Förderverein im Frühjahr die Neugestaltung des Steinbock- und Gamsgeheges unterstützen. Die Barriere soll begrünt werden, in beiden Gehegen würden die Steinhaufen weiter mit neuen Steinen modelliert. „Dann können wir neue Gemsen von außerhalb dazuholen. Während der Arbeiten müssen die Tiere als Gäste zum Halbesel“, sagt Schwarz. Abgeben wird er im Februar drei junge Luchse an den Park Tripsdrill. Sie sind ein Teil des Nachwuchses jener Luchse, die seinerzeit aus Tripsdrill geflohen waren. Der Wildpark hatte die Ausreißer aufgenommen. „Uns bleiben dann noch vier Stück“, sagt Schwarz. Die Luchs- und die Otterfütterung seien richtige Publikumsmagneten.
Autor: MARTINA SCHAEFER





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