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23.04.2008

Ordnungsgeld gegen Schily

Grotesk Schilys Verhalten im Zusammenhang mit seinen Nebeneinkünften passt also ins Bild. Hartnäckig weigert er sich, Details über seine Bezüge als Berater für den Siemens-Konzern anzugeben – unter Berufung auf seine anwaltliche Schweigepflicht. Dass er mit dieser Argumentation niemanden überzeugt, scheint den 75-Jährigen nicht zu interessieren. Im Gegenteil: Inzwischen gewinnt man den Eindruck, der Mann habe Spaß daran, den Bundestag herauszufordern.

Doch diesmal überschätzt sich Schily. Selbst wenn der Ex-Minister gegen die Ordnungsgeld-Entscheidung jetzt klagt und den Prozess womöglich sogar gewinnen sollte, schadet er sich mit seinem grotesken Widerstand gegen die insgesamt einleuchtenden Regeln des Deutschen Bundestags nur selbst. Beliebt war Schily noch nie, höchstens gefürchtet. Jetzt ist er dabei, seinen Ruf vollends zu ruinieren.