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29.02.2008

Orkantief „Emma“ braust heran

Das Fußball-Bundesliga-Spiel in Cottbus abgesagt, die Stadtwette von „Wetten, dass. ..?“ verlegt, die Bahn bundesweit in Alarmbereitschaft versetzt: Das aufziehende Orkantief „Emma“ sorgt wahrscheinlich für ein sehr turbulentes Wochenende in ganz Deutschland.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Freitag vor Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde. Das Unwetter könne zum Entwurzeln von Bäumen, Herabstürzen von Dachziegeln und zu schweren Gebäudeschäden führen. „Der Samstags- Spaziergang im Wald kann nur als lebensgefährliches Abenteurer gewertet werden, von dem unbedingt abzuraten ist“, hieß es aus der DWD-Zentrale in Offenbach.

Aus Sorge vor einem zweiten „Kyrill“ wurden am Freitag zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. „Der Vergleich zu “Kyrill“ liegt durchaus nahe“, sagte DWD-Experte Ansgar Engel. Der Orkan hatte im Januar 2007 eine Schneise der Verwüstung durch Europa geschlagen. Er erreichte Windgeschwindigkeiten von bis zu 202 Kilometern pro Stunde. 47 Menschen starben, 11 davon in Deutschland. Versicherer schätzen die entstandenen Schäden auf 3,5 Milliarden Euro.

Auch auf dem 34000 Kilometer langen Schienennetz der Deutschen Bahn war der Verkehr vor einem Jahr stark beeinträchtigt. Zwischenzeitlich musste der Zugbetrieb sogar eingestellt werden. Diesmal wurden mehrere hundert Beschäftigte in erhöhte Alarmbereitschaft gesetzt, teilte der Konzern am Freitag in Berlin mit. Sie sollen sich bei Bedarf „in kürzester Zeit“ um Reisende kümmern oder Sturmschäden etwa durch umgestürzte Bäume beseitigen. Für Fahrgäste wurde am Freitag um 16.00 Uhr die kostenlose Service- Telefonnummer 08000996633 freigeschaltet. Dort seien Informationen über eventuelle Störungen zu erhalten, ebenso wie im Internet unter der Adresse www.bahn.de.

Das für Samstag geplante Bundesligaspiel des FC Energie Cottbus gegen den VfB Stuttgart wurde am Freitag nach einer Platzbesichtigung abgesagt. Nach einer Unwetterwarnung untersagte die Stadt Cottbus als Eigentümer des Stadions den Spielbetrieb, teilte der Verein mit.

„Emma“ zieht laut DWD vom Nordatlantik her über die nördliche Nordsee bis nach Südschweden. Dabei gelangen weite Teile Mitteleuropas in seinen Einflussbereich. Die Unwetterwarnung galt zunächst bis Samstagmittag, doch der Wetterdienst Meteomedia sagte voraus, dass das Unwetter am Sonntag noch nicht vorbei ist: „Am Sonntag könnte ein weiterer Tiefausläufer gebietsweise erneut für stürmische Verhältnisse sorgen“, sagte Meteorologe Gustav Puhr.

Thomas Gottschalk erwartet am Samstagabend in Halle an der Saale eine stürmische Ausgabe von Europas erfolgreichster Samstagabendshow „Wetten, dass..?“. Wegen eines angekündigten Orkans wurden die Stadtwette von der Innenstadt auf das Messegelände verlegt und die Satellitensender zur Übertragung der ZDF-Show umgebaut.