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06.04.2011

PSG: Reden kann hilfreich sein

Was ist denn bloß bei der PSG 05 Pforzheim los? Das haben sich vermutlich viele Fußballer aus der Region gefragt, nachdem vergangene Woche an dieser Stelle über Turbulenzen beim B-Ligisten berichtet wurde.

Trainer Walter Kälber hatte den ehemaligen Ersten Vorsitzenden der Fußball-Abteilung, Jörg Herzog, kritisiert, weil sein Vertrag nicht verlängert wurde und man mit ihm kein Gespräch geführt habe. Gleichzeitig kündigte Kälber an, dass neben den beiden Spielleitern Uwe Schenker und Manuel Ortis wohl auch viele Spieler nach der Saison den Verein verlassen würden, weil in der neuen Runde rund 16 A-Jugendliche in den Seniorenbereich wechselten.

Jörg Herzog wollte das so nicht stehen lassen und schaute gleich am nächsten Tag in der PZ-Redaktion vorbei. „Wir haben im November mit Herrn Kälber gesprochen und ihm mitgeteilt, dass man aufgrund der Etatkürzung des Vereins beabsichtige, in der neuen Runde keinen Trainer mehr zu bezahlen“, erklärt der 40-Jährige. In einem weiteren Gespräch im Februar hätte Kälber dann die endgültige Entscheidung mitgeteilt bekommen sollen, dass man nicht mehr mit ihm plane.

„Dieses Gespräch hat aber leider nicht stattgefunden“, sagt der Zweite Vorsitzende der Fußball-Abteilung Gunther Häberle, der gestern mit dem Gesamtvereins-Chef Wieland Kopp ebenfalls die PZ besuchte.

Der Grund für das nie stattgefundene Gespräch: Bei den Fußballern hatte sich im Hintergrund schon das Gerücht manifestiert, dass ein jüngerer Trainer (23 Jahre) mit einem erfahrenen Coach an seiner Seite die erste Mannschaft übernehmen werde. Für Walter Kälber ein Schlag ins Gesicht. Für den Verein Auslöser von Streitigkeiten. Denn die Spieler reagierten. Von Jörg Herzog forderten sie eine schriftliche Bestätigung, der Verein solle ihnen am Ende der Runde die Pass-Freigabe erteilen. Das brachte Herzog wiederum auf die Palme. Der Abteilungsleiter fühlte sich unter Druck gesetzt und trat Anfang März von seinem Amt zurück.

Herzog weg, Spieler wollen weg – das Chaos war perfekt. Wieland Kopp und Gunther Häberle versuchen jetzt aber den Ball flach zu halten. „In jedem Verein gibt es mal Unstimmigkeiten“, sagt Kopp. Und Häberle fügt hinzu: „In diesem Fall wurde einfach zu wenig kommuniziert.“

Wie geht’s nun weiter bei der PSG? Fakt ist: Walter Kälber wird Pietro Pacella beim VfL Höfen ablösen. Die Spielleiter Schenker und Ortis verlassen den Verein. Und was macht die PSG mit den vielen talentierten A-Junioren? „Mit ihnen und den Spielern aus der ersten Mannschaft wollen wir nächstes Jahr eine starke Truppe zusammenstellen“, blickt Kopp voraus. Wie viele Seniorenspieler allerdings nach dem ganzen Hick-Hack bleiben werden, ist bislang noch unklar. Dem Verein kann man jetzt nur raten: Kommuniziert! Redet mit den Spielern. Ihnen muss klar gemacht werden, dass die PSG eine erfolgreiche Zukunft anpeilt. „Vielleicht gibt es ja auch die Option einer zweiten Mannschaft“, sagt Kopp und sieht der Zukunft, nach den ganzen Turbulenzen in den letzten Tagen, schon wieder etwas gelassener entgegen.

Nach nur einem Punkt aus den ersten fünf Partien in diesem Jahr hat der abstiegsbedrohte 1. FC Bauschlott am Montagabend die Reißleine gezogen und Trainer Carlo El-Achkar entlassen. El-Achkar war vor der Runde für Alfonso Alessi gekommen, konnte den Absturz auf den vorletzten Rang in der Kreisliga aber nicht verhindern.

Schon im heutigen wichtigen Kellerduell zu Hause gegen das Schlusslicht FSV Eisingen (Anpfiff 19.00 Uhr) wird beim FCB der neue Coach auf der Bank sitzen. Ralf Hellwig. Der 50-Jährige war früher Spieler in Bauschlott und trainierte später unter anderem den 1. FC Nußbaum und den TSV Rinklingen. Durch den Trainerwechsel erhofft sich Vereinschef Alexander Spörr „den nötigen Schub in der Mannschaft, um in den verbleibenden zwölf Begegnungen den Klassenerhalt noch zu erreichen.“

Ein Sieg heute gegen Eisingen und am Wochenende gegen den Vorletzten TSV Wimsheim wären so ganz nach seinem Geschmack. „Wir brauchen ein Erfolgserlebnis, dann zappeln wir uns irgendwie da unten auch wieder raus.“

Mit einem 1:1 gegen den FV Niefern und dem jüngsten 3:1-Auswärtssieg gegen Spitzenreiter FC Eutingen lässt derzeit der TSV Wurmberg-Neubärental in der Kreisklasse A1 aufhorchen. „Ich weiß auch nicht, woher der Leistungsschub kommt, aber die Jungs halten gut dagegen“, meint René Mann. Der Erste Vorsitzende freut sich über den sechsten Platz. So gut stand man in den vergangenen drei Jahren nicht immer da. „Wir haben eine kleine Durststrecke hinter uns“, gibt der 37-Jährige zu. „Vor ein paar Jahren haben wir in der Jugend einen Bruch gehabt, deswegen lief es zuletzt auch in der Ersten nicht so gut. Aber jetzt sieht es wieder besser aus.“

In diesem Jahr mischt Wurmberg-Neubärental im vorderen Drittel mit. Das Durchschnittsalter der Mannschaft liegt bei 24 Jahren. Stürmer Mike Ruf und Mittelfeld-Ass Steffen Rückert, beide kamen letztes Jahr aus der A-Jugend, gehören zu den Leistungsträgern. Ebenso die „alten Haudegen“ Daniel Jourdan (31), Michael Capobianco (34) und Fabian Nehl (31). Sie feiern nächstes Jahr ein Wiedersehen mit Walter Götz, der Andreas Vieres auf dem Trainerstuhl ablösen wird (die PZ berichtete).

Götz hatte schon von 1997 bis 2001 die Wurmberger trainiert und sie erfolgreich in die Kreisliga geführt. Damals stieg Götz auch bei den „Alten Herren“ ein. „Der TSV ist schon so etwas wie meine zweite Heimat“, sagt der 50-Jährige, der in Mönsheim wohnt. Ein Angebot vom 1. CfR Pforzheim schlug Götz vor einigen Wochen noch aus („Zu zeitaufwendig“). Jetzt freut er sich auf die neue Aufgabe. „Die Perspektiven sind klasse. Die Mannschaft ist jung und mit den Talenten, die aus der Jugend kommen, kann man einiges bewirken“, weiß Götz, der mit seinem Amtsantritt die Viererkette einführen will. „Die Chancen stehen gut, dass wir mit der jungen Truppe in den nächsten Jahren besser abschneiden werden“, sagt René Mann ohne die Leistung von Andreas Vieres schmälern zu wollen. „Er hat hervorragende Arbeit geleistet.“

Will der TSV etwa nächste Saison vorne mitspielen? „Vom Aufstieg reden wir nicht“, so René Mann. „Aber es wäre schön, wenn wir uns an Weihnachten mal keine Gedanken um den Abstieg machen müssten.“