




PFORZHEIM. Schon bemerkt? Die PZ ist nicht genau in der Mitte gefaltet, unten fein gelocht, seitlich glatt, oben und unten aber geriffelt. Warum? Das haben die Teilnehmer der PZ-Sommeraktion gestern bei einer Führung erfahren.
25 PZ-Leser wollten es ganz genau wissen und haben hinter die Kulissen des PZ-Medienhauses geblickt. „Klar, wenn man die PZ schon über 40 Jahre abonniert hat, will man schließlich auch mal sehen, wo sie herkommt“, erklärt der Schellbronner Bruno Holzhauer.
Zwei Stunden lang nahm sich PZ-Personalchef Rolf Ritter Zeit, um die Abläufe von der Redaktion über den Druck bis hin zum Vertrieb zu erklären. „Wenn draußen etwas passiert, werden die Redakteure hier drinnen meist ganz ruhig“, räumte Ritter mit dem Bild von hektischem Hin- und Herrennen und lautem Brüllen auf. Konzentration ist angesagt, damit die Informationen auch richtig beim Leser ankommen. Tausende Agentur-Meldungen, hunderte Berichte von freien Mitarbeiten, eigene Beiträge der Redakteure, unzählige Bilder laufen täglich in der Redaktion auf. „Und wer entscheidet, was davon morgen in die Zeitung kommt?“, fragt PZ-Leserin Christa Kübler. „Das sind die Redakteure aus den einzelnen Ressorts“, so Ritter: „Und das letzte Wort hat die Chefredaktion.“
Dass es nicht immer große Politik sein muss in der Zeitung, gibt Ruth Brenner zu verstehen. Sie bekennt sich – obwohl vom Alter her nicht unbedingt die Zielgruppe – als begeisterte Kinderseiten-Leserin und erntet dabei ein zustimmendes Nicken von fast allen älteren Semestern beim Auftakt der PZ-Sommeraktion.
Von den schweren Gedanken in der Redaktion führte Ritter dann zu den schweren Maschinen – über die Straße ins Druckhaus im ehemaligen Postgebäude. 320 Tonnen schwer ist der Koloss, auf dem die „Pforzheimer Zeitung“ ab etwa 0.30 Uhr gedruckt wird. Gut zwei der 1,3 Tonnen schweren, 1,40 Meter breiten und 90 Kilometer langen Papierrollen – Recyclingpapier wohlgemerkt – verwandeln sich zusammen mit mehreren hundert Kilo Farbe Nacht für Nacht in 45 000 PZ-Exemplare. Vorbei sind die Zeiten des Bleisatz – vieles läuft computergesteuert. „Das ist ja echte Präzisionsarbeit“, staunt Siegfried Himmelsbach und Ingeborg Bethge pflichtet ihm bei: „Ich bin wirklich überrascht vom technischen Fortschritt.“ Einig waren sich am Ende alle Teilnehmer: Mit all diesen Informationen im Gepäck werden sie die PZ künftig mit anderen Augen lesen.
Ach übrigens: Die PZ ist deshalb nicht genau mittig gefaltet, damit es ein automatischer Greiffinger leichter hat, die Zeitung zum Einlegen der Prospekte zu öffnen. Denn an diesem Fließband muss es flutschen: 28 000 Zeitung laufen hier pro Stunde durch. Die Löcher stammen von einem Greifer, der fest zupackt, damit die Zeitung korrekt gefaltet und geschnitten werden kann. Und der Länge nach werden die Papierbahnen schon direkt nach dem Druck auf Seitenbreite geschnitten – deshalb der glatte Rand – während die einzelnen Pakete der Zeitung erst nach dem Zusammenfalten mit einem Sägemesser auf Höhe gebracht werden.
Autor: Sven Bernhagen





Das lesen Abonnenten am Donnerstag exklusiv in Ihrer "Pforzheimer Zeitung":