




dagegen auf eigenen Beinen bewältigen.
Die Landschaft zieht gemächlich an einem vorbei, leichter Fahrtwind weht einem den typischen Waldgeruch in die Nase, ab und zu schnauben die beiden Haflinger vor der Kutsche zufrieden. Bei der gestrigen PZ-Sommeraktion lag das Glück der Teilnehmer nicht auf dem Pferderücken, sondern einen guten Meter dahinter in einer Kutsche. Carola Löffelhardts Haflinger Astino und Arriva ziehen die 18 PZ-Leser durch eine der schönsten Gegenden des Schwarzwalds. „Warum machen hier nicht mehr Menschen Urlaub? Das ist ja ein Traum“, sagte Helga Boßmann, die von der frischen Luft und Eindrücken im Wald gar nicht genug bekommen konnte.
Bei der angenehm holprigen Fahrt um Bieselsberg herum erzählte Carola Löffelhardt vom Kutschbock aus lustige Geschichten und Anekdoten aus der Gegend. Dass Bieselsberg zum Beispiel früher stark abhängig von Brunnen war. „Wenn es vor einigen Jahrzehnten hier einen trockenen Sommer gegeben hat, mussten die Bieselsberger immer bis zur Kapfenhardter Mühle laufen, um Wasser zu holen.“ Einmal habe ein Blitz den Kirchturm in Brand gesetzt. Weil mal wieder kein Wasser vorhanden und der Weg zur Mühle zu lang gewesen wäre, „haben sich zwei mutige junge Männer dazu entschlossen, die Kirche mit Milch zu löschen. Milch gab es nämlich zu Hauf“, wie Peter Löffelhardt den schmunzelnden Teilnehmern erzählte.
Die waren nicht nur belustigt und amüsiert von den Geschichten, sondern auch beeindruckt vom Kleinbauernhof der Familie. An der Friedenstraße in Bieselsberg steht der Hof der Löffelhardts inklusive vier Kutschen und Pferdeschlitten. Nicht zu übersehen. Wenn die eine Hälfte der Gruppe auf Kutschfahrt durch den Schwarzwald war, bekam die andere Hälfte eine Führung über den Hof.
Wie es sich für einen Kleinbauernhof gehört, begrüßte ein wedelnder Hund die PZ-Leser, drei weitere Haflinger standen kauend in ihren Boxen und schauten die Besucher mit großen Augen an. In der Backstube erklärte Peter Löffelhardt, wie die Familie ihr eigenes Brot herstellt, und im Heulager, wie es zu spontaner Selbstentzündung kommen kann. „Das wusste ich nicht“, sagte eine Teilnehmerin aus Heimsheim voller Staunen, als sie erfuhr, dass sich feuchtes Heu ab einer Temperatur von 60 Grad selbst entzünden kann.
Nach der Kutschfahrt und Hofführung wanderten alle Teilnehmer gemeinsam zum nahegelegenen Barfußpark, wo sich die meisten erst einmal die schweren Wanderschuhe von den Füßen zogen. „Ah, wie erfrischend“, kam gleich mehrfach der Ausruf, als die ersten knietief ins Kneippbecken eintauchten. „Ein wahrlich gelungener Tag“, lobte Frank Hirschfeld aus Pforzheim.
Autor: KRISTIN BAUER





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