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14.10.2008

Peter Sodann kandidiert als Bundespräsident

Nun ist die Liste der Herausforderer also vollzählig. Das Personal klingt nach einem spannenden Drehbuch: Etablierter Staatsmann mit Schlag beim Volk trifft auf charmante Intellektuelle und sympathischen Ex-TV-Kommissar. Es ist für jeden Geschmack etwas geboten bei dieser Präsidentenwahl. Ohne Zweifel: Peter Sodann bereichert das Tableau. Genauso steht fest: Der Schauspieler hat keine Chance, demnächst ins Schloss Bellevue einzuziehen. Man fragt sich also: Warum tut der Mann sich das an?

Man sollte meinen, Peter Sodann hätte allen Grund, nicht für die Linke zu kandidieren. Schließlich war sein Verhältnis zu jenen Köpfen, die noch heute einen guten Teil der Partei ausmachen, zu DDR-Zeiten alles andere als konfliktfrei: Monatelang saß er im Gefängnis, zeitweise sollen 80 Stasi-Spitzel auf ihn angesetzt gewesen sein. Wenn er sich für die Linke in den Ring führen lässt, dann wohl weil er, der Kommissar Ehrlicher, auch im echten Leben eine durch und durch moralische, aber auch schwierige Person ist. Ein Querdenker im besten Sinne.
Die Linke kann von diesem Kandidaten nur profitieren. Der Mime leiht der Linken seine ehrliche Haut und seine Sympathiewerte. Ob sie das verdient? Das muss Sodann schon selbst entscheiden.