

PFORZHEIM. „Es ist nicht leicht, Verständnis zu wecken für die oft bescheiden daherkommende Architektur der 50er-Jahre“, sagt Pforzheims Denkmalschützer Christoph Timm. Denn die teils verborgenen und leisen architektonischen Schönheiten entgehen häufig dem alltäglichen Blick. „Und dabei hat gerade Pforzheim einige bedeutende Erstlingsbauten zu bieten“, sagt Timm. Etwa die 1953 errichtete Matthäuskirche von Egon Eiermann, dessen berühmtestes Bauwerk die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin ist.
Doch während in Pforzheim das Stahlskelett des Baus mit Wabenfenster-Elementen mit bunten Dickglasscheiben verfüllt wurde, ist in Berlin diese Struktur nur aufgesetzt. „Das Original steht also in Pforzheim“, betont Timm.
Ähnliches gilt für die Auferstehungskirche des Bauhaus-Architekten Otto Bartning in der Goebenstraße. Sie war die erste deutsche Nachkriegskirche und der Prototyp der berühmten Notkirche. Bartnings wohl prominentestes Gebäude der Goldstadt, die BW-Bank am Leopoldplatz, fällt allerdings gerade dem Abrissbagger zum Opfer. „Durch die Brille der 50er-Jahre gesehen“, betont der Denkmalpfleger der Goldstadt, ließe sich vieles in Pforzheim entdecken, seien es die wiederaufgebauten Häuser, wie der „Goldne Adler“ am Leopoldplatz mit seiner reichhaltigen Kunst am Bau. Neben manchen gesichtslosen Gebäuden, „die überall stehen könnten“, finden sich in Pforzheim immer wieder architektonische Kleinode, etwa das ehemalige Postgebäude, die Lichtarchitektur des Hauptbahnhofs, das schlichte, aber mit einer stimmungsvollen Innenausstattung versehene Zollamt.ps
Kulturvideos unter www.pforzheim.de, www.pz-news.de





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