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12.11.2009

Pforzheimer Kleinkinder selten außer Haus betreut

Es gibt Zahlenwerke, die unter der Oberfläche eine zweite Botschaft transportieren. So zum Beispiel, als Baden-Württembergs Statistiker unlängst herausfanden, dass in Pforzheim besonders viele junge und besonders wenig ältere Frauen Kinder zur Welt bringen.

Beides zusammen gilt als Merkmal, dass es in der Stadt wenig gut qualifizierte Frauen gibt. Letztere nämlich bekommen ihre Kinder eher später, gering Qualifizierte streben oft früh die Mutterrolle an.

Ähnlich sieht es bei der niedrigen Nachfrage nach Tageseltern für Kleinkinder aus. Auch die ist, wie der Landesvergleich zeigt, als Phänomen typisch für strukturschwache, meist ländliche Gebiete. Gegenden, die ihren Bedarf an hochqualifizierten Arbeitnehmern immer noch meist aus den Reihen der Männer decken. Weil es dort gar nicht so viele anspruchsvolle und auch nach Abzug der Kinderbetreuungskosten noch lohnende Jobs gibt. Gegenden, deren Wirtschaftsleben hinterher hinkt. Gegenden, die drohen, den Anschluss zu verlieren. Für Pforzheim leuchtet unter der Oberfläche auch in der Kinderbetreuungs-Statistik ein Warnsignal.