





PFORZHEIM. „Wenn es Überraschungen gibt, dann nicht unbedingt gute“, sagt René Dantes. Doch der Pforzheimer Künstler ist entschlossen, sich auf ein Abenteuer einzulassen – auf das Wagnis aus einem alten, heruntergekommenen Gemäuer ein Schmuckstück zu machen.
Mit allen Konsequenzen. Doch ob er wirklich ahnt, auf was der sich da einlassen will? Das Dach marode, die Fenster undicht, der Sandstein bröselt, Installation und Elektrotechnik nur noch Schrott. Versonnen steht der 47-jährige inmitten der großen Rohre des ehemaligen Druckregler- und Dampfkesselhauses in der Kaiser-Friedrich-Straße. Und stellt sich vor, wie es werden könnte…
Ein Atelierhaus, in dem er langfristig arbeiten könnte. Auf der einen Seite des Doppelhauses mit den hohen Räumen sollen seine Skulpturen entstehen. Die Metallarbeiten, das Schweißen und Schleifen, würden im Untergeschoss stattfinden. Ebenerdig dann die Fertigstellung und Präsentation. Im zweiten Gebäudeteil, der in den 1950er-Jahren als Wohnung ausgebaut wurde, könnten das Maler-Atelier, Ausstellungsflächen, sowie das Bilder- und Materiallager Platz finden. Die Wände und Decken in diesem Bereich will Dantes entfernen: Großzügig, luftig und hell sollen die Räumlichkeiten auf den insgesamt rund 200 Quadratmetern Fläche werden. Ein „kulturelles Mosaiksteinchen für die Stadt“, so Dantes, soll hier entstehen. Ein Gebäude, das nicht nur das Sanierungsgebiet KF aufwerten könnte, sondern auch kunstinteressiertes Publikum anlocken. Denn der Bildhauer kann sich gut vorstellen, wie es sein wird, wenn die Menschen zu Ausstellungen, Lesungen, Kursen oder Konzerten in die frisch renovierten Räume strömen…
Der kleine Garten, in dem gerade ein Birnbaum reiche Früchte trägt, könnte zum Verweilen animieren. Und der Künstler selbst eine dauerhafte Bleibe finden. Denn sein Atelier in der Weißensteiner Papierfabrik ist nicht nur häufig regenüberflutet und nicht heizbar, sondern hat auch eine ungewisse Zukunft. „Und mit tonnenschweren Skulpturen zieht es sich nicht leicht um“, sagt Dantes. Auch die Gespräche über ein Domizil auf dem Buckenberggelände seien nie wirklich konkret geworden.
„Aber seit Jahren fahre ich täglich an der KF vorbei und frage mich, was wohl mit diesem Gebäude passiert“, schildert der Pforzheimer. Dann habe Architekt Jochen Abraham ihm erzählt, dass die Stadt einen Käufer für das Backsteinhaus suche. Positiver Nebeneffekt: Für die hohen erwartenden Renovierungskosten gibt es einen Zuschuss im Höhe eines Drittels der aufgewendeten Gelder, der zu 60 Prozent vom Land, zu 40 Prozent von der Stadt getragen wird.
Und so könnten – wenn alles glatt geht – bereits im Sommer kommenden Jahres statt verkokelter Dämmstoffe und beschmierter Wände, statt rostender Treppen und verdörrter Vogelkadaver, statt maroder Leitungen und loser Elektrokabel, statt Unkraut und aufplatzenden Asphalts eine künstlerische Oase entstehen. Wenn alles gut geht …Sandra Pfäfflin





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