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Auf einem Luftbild  der Online-Suchmaschine Google wird mit roten Häuschen darauf hingewiesen: Hier sind unliebsame Nachbarn zu Hause.
Auf einem Luftbild der Online-Suchmaschine Google wird mit roten Häuschen darauf hingewiesen: Hier sind unliebsame Nachbarn zu Hause.

Pforzheimer Nachbarn auf Internet-Seite bloßgestellt

PFORZHEIM. Wer seinen Nachbarn in ein schlechtes Licht rücken will, hat es im Internet einfach: Auf einer von Kalifornien aus betriebenen Internetplattform kann alles abgeladen werden, ohne dass der Wahrheitsgehalt überprüft wird. Auch für Pforzheim gibt es die ersten Eintragungen auf diesem Webportal aus den USA.

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Je größer das rote Häuschen, desto böser der Nachbar – so sieht es jedenfalls auf der Internetseite www.rottenneighbor.com aus.

Da wird beispielsweise in Pforzheim eine namentlich genannte Frau als Betrügerin bezeichnet, die inzwischen in jedem Versandhaus Schulden habe und zudem eine Mietnomadin sei. Ein rotes Häuschen auf einem Luftbild der Stadt zeigt auf, wo die Betroffene derzeit wohnt.

„Diebstähle im Krankenhaus“

In anderen Fällen wird eine Friseurin wegen eines unzufrieden ausgefallenen Kurzhaarschnitts als „Schlampe“ bezeichnet, in einem Pflegeheim soll es durch Mobbing einen ständigen Mitarbeiter-Wechsel geben, und in einem Krankenhaus seien diebische Schwestern zugange.

Verunglimpfungen per Internet erfreuen sich in Deutschland immer größer werdender Beliebtheit, haben die Online-Ermittler des Landeskriminalamts festgestellt. Doch Denunzianten strafrechtlich zu verfolgen, sei bei in den USA angesiedelten Web-Portalen wie diesem ausgesprochen schwierig.

„Das Ganze befindet sich in einer Grauzone, auch wenn es sich um strafrechtlich relevante Fälle handeln könnte“, bedauert Wolfgang Schick, der Sprecher der Polizeidirektion Pforzheim. Falls jemand solch einen Eintrag auf sich beziehe, solle er sich jedoch auf jeden Fall bei der Polizei melden und Anzeige erstatten. Bis jetzt seien in Pforzheim aber noch keine Beschwerden oder Hinweise darauf eingegangen.

Dabei geht es bei den Vorwürfen oftmals um mehr als nur darum, einen Nachbarn namentlich anzuschwärzen. Da befindet sich beispielsweise ein rotes Häuschen in der Nordstadt. Es verweist darauf, „dass hier ein Kinderschänder wohnt. Wenn er alkoholisiert ist, versucht er, auf dem Spielplatz die Kinder rauszuwerfen oder sie zu schlagen.“ Dabei gebe er sich als Polizist oder städtischer Angestellter aus.

Denunziant nicht feststellbar

Dieser Fall ist Polizei-Sprecher Schick bekannt. „Der Mann wird denunziert, weil er Kinder auf Spielplätzen in die Schranken weist, wenn sie es zu bunt treiben“, sagt er. Doch auch hier ist nicht festzustellen, von wem der Eintrag auf der Internet-Seite stammt.

Autor: THOMAS FREI

30.05.2011

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