nach oben
12.02.2009

Pillen gegen Stress am Arbeitsplatz

Geht es um Radsport oder Kraftgeprotze, herrscht Einigkeit: Aufputschmittel sind Teufelszeug. Doping ist ungesund und unmoralisch. Dabei tun wir es doch alle. Und vom Aspirin und der siebten Tasse Kaffee bis hin zur regelmäßigen Einnahme von Pillen ist es offenbar gar kein weiter Weg.

Zwei Millionen deutsche Arbeitnehmer steigern ihre Leistung und Laune mit Hilfe von Medikamenten. Diese sind, genauso wie Kaffee und Kopfschmerztabletten, legal. Das macht die Sache aber nicht besser, sondern nur einfacher.

Grund für diese Form des Dopings ist der Wunsch, perfekt zu sein, so wie die effizienten, schönen Menschen im Fernsehen und auf den Werbeplakaten. So perfekt, wie uns der Chef vermeintlich gerne hätte, so perfekt, wie wir für Partner, Freunde und Familie sein wollen.
Männer möchten durch die kleinen bunten Pillen vor allem leistungsstärker werden, konzentrationsfähiger, belastbarer. Frauen hoffen, dank der rosaroten Brille gutgelaunt und geduldig durch den grauen Alltag zu wandern. Und na klar, das Gefühl, Bäume ausreißen zu können, macht süchtig – ebenso wie die Stimmungsaufheller. Aber warum müssen wir eigentlich perfekt sein? Die anderen sind es ja auch nicht.