nach oben
20.11.2008

Piraterie am Horn von Afrika

Ein Lehrbeispiel, wohin Anarchie führt, ist Somalia: Seit bald 20 Jahren kein funktionierendes Staatswesen mehr, degenerierte das Land zum Tummelplatz von Freibeutern. Waren es anfangs Fischer, die ihre Fanggründe verteidigten, sind es nun gut ausgerüstete Banden, die selbst vor einem Supertanker nicht zurückschrecken.

Mit Raub und Erpressung ernten hier Verlierer der Globalisierung, was ihnen die desaströse Lage Somalias und der Weltmarkt vorenthalten. Angeblich sollen mittlerweile Hintermänner in Kenia, London, Dubai oder Kanada sitzen.
Die Entrüstung in den Op-ferstaaten erscheint verständlich. Die Reaktion darauf ist es nur bedingt. Hierzulande betreiben Politiker peinliche Wortklauberei, als säßen sie in einem Hochschule-Seminar: Sind es kriminelle, terroristische oder kriegerische Übergriffe? Immerhin, man entsendet Kriegsschiffe. Reeder behelfen sich mit privaten Sicherheitsfirmen. Es wird deutlich: Auf Krieg mit nichtstaatlichen Feinden sind wir unvorbereitet. Offen blieb bisher die Frage, was wir tun, um das Übel an der Wurzel zu packen? Für Somalias Staatlichkeit fehlt ein Konzept. Das Land muss in den Fokus der Außenpolitik.