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06.05.2009

Piraterie vor Somalia

Erst kürzlich hat das italienische Kreuzfahrtschiff „Melody“ einen Piratenangriff abgewehrt – dank der Entschlossenheit einiger Passagiere und der Anwesenheit von Sicherheitskräften an Bord. Befreiungsaktionen nach erfolgter Kaperung bergen bei großen Schiffen unwägbare Risiken für die Geiseln. Deshalb wurde kürzlich die Befreiung der „Hansa Stavanger“ in letzter Sekunde abgeblasen. Ein peinlicher Misserfolg. Nun ist abermals ein deutscher Frachter von Piraten gekapert worden.

Noch müssen wir aber darauf warten, dass die Lehren aus den mit den Freibeutern gemachten Erfahrungen gezogen werden.

Eine Lehre auf nichtstaatlicher Ebene wäre zum Beispiel, dass Reeder Sicherheitskräfte auf den Schiffen mitnehmen. Auf politischer Ebene wäre es ratsam, Piraten in ihren Häfen dingfest zu machen. Oder auf dem Weg dorthin – etwa nach erfolgter Lösegeldübergabe. Stattdessen hören wir von Kompetenzgerangel in der Regierung.

Obendrein sind die deutschen Sicherheitskräfte flügellahm. KSK oder GSG 9? Kampfschwimmer der Marine? Mal fehlt es an der Ausbildung, mal an der Logistik, um rechtzeitig vor Ort zu sein. Die Wehrhaftigkeit auf See am Horn von Afrika ist begrenzt.

Umso erstaunlicher die Scheu, das Übel endlich an der Wurzel zu packen. Und diese steckt an Land. Solange Piraten dort sicher sein können, bleibt es auch weiterhin ein Kampf gegen David. Und Goliath sind wir.