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20.08.2008

Polen und USA unterzeichnen Abkommen über Raketenschild

Gegen gar niemanden und überhaupt nur zur Verteidigung bestimmt sei ihr Raketenschild, betonen die USA. Doch was heißt das schon? Auch wenn die Raketen gewiss nicht zur Abwehr eines russischen Luftangriffs gedacht sind – im bildlichen Sinne sind sie sehr wohl gegen Polens ehemaligen großen Bruder gerichtet. Zumindest Russland wird das so sehen. Und das ist keine gute Nachricht. Die Weltordnung ist in den zurückliegenden Wochen nicht gerade stabiler geworden: Der Konflikt im Südkaukasus macht deutlich, mit wie vielen Unsicherheiten das derzeitige Machtgefüge mit einer verbleibenden und einer ehemaligen, nun um ihre einstige Einflusssphäre kämpfenden Supermacht behaftet ist. Der schon überwunden geglaubte Ost-West-Konflikt flammt wieder auf und plötzlich scheinen wir mitten in einem neuen Wettrüsten zu stecken.

Vor diesem Hintergrund wirkt das polnisch-amerikanische Abkommen wie ein weiterer Schritt in die falsche Richtung: Konfrontation statt Kooperation. Die langfristigen Folgen dieser Entwicklung lassen sich heute nur erahnen. So viel kann man sich mit einem Blick auf die Geschichte allerdings denken: Dabei kommt nichts Gutes heraus.