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18.03.2008

Pollmeier-Absage am Standort Heimsheim

Wer was wann und wo vorher- oder zugesagt hat – es wird sich im Nachhinein nur mühsam klären lassen. Am traurigen Ergebnis lässt sich indessen nicht mehr rütteln: Mit der Entscheidung des Großsägewerk-Betreibers Pollmeier, in Frankreich statt in Heimsheim zu bauen, gehen der Region 150 zukunftssichere Arbeitsplätze verloren.

Es mag banal klingen: Aber ein auf Buchenholz spezialisiertes Sägewerk kann nur schwerlich der Verlockung globalisierter Dumping-Löhne etwa in Fernost erliegen. Es muss zumindest in der weiteren Umgebung des Rohstoffes stehen, der hier verarbeitet werden soll – was seinerzeit ja auch den Ausschlag für den Standort Heimsheim gegeben hat.

Nun wird Pollmeier unter der Hand bereits eine Art Vollkaskomentalität vorgeworfen. Das Unternehmen – das das Grundstück erworben, Maschinen gebaut und in die Planung investiert hat – hätte die benötigten Holzmengen ja häppchenweise bei Lieferanten im Land zusammenkaufen können, heißt es. Das aber wäre für Pollmeier logistisch nicht zu leisten gewesen. Nur zur Erinnerung: Der vergraulte Investor hat beim Land Baden-Württemberg eine garantierte Menge nachgefragt, nicht einen garantierten Preis.

In Thüringen und in Bayern, wo die anderen deutschen Werke stehen, scheinen diese Voraussetzungen erfüllbar zu sein. In Frankreich auch, wo Pollmeier seine 60 Millionen Euro jetzt ausgibt. Und wo sich 150 Menschen auf einen neuen Job freuen dürfen. Zumindest ihnen darf man in diesem Augenblick gratulieren. Der Region jedoch muss man wohl das Beileid aussprechen.