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02.06.2008

Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland leicht gestiegen

Standhaft verweigert die Bundesregierung der breiten Masse der Normalverdiener – trotz ständig steigender Preise – Steuerentlastungen. Immer mit der Begründung, der Staat brauche das Geld, damit der Schuldenberg nicht weiter wächst. Trotzdem ist die Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland im vergangenen Jahr noch einmal im Schnitt um 0,5 Prozent – also rund 40 Euro – auf 18 880 Euro gestiegen. Und das, obwohl die Steuerquellen sprudeln.

Wo aber versickert das Geld? Offensichtlich beim Bund. Dort stieg die Pro-Kopf-Verschuldung mit 0,7 Prozent überdurchschnittlich auf 11 637 Euro. Gut also, dass Finanzminister Peer Steinbrück seine Ministerkollegen zum Sparen anhält. Wie das geht, zeigen die Gemeinden. Sie schafften es, ihren Anteil an der Pro-Kopf-Verschuldung um 1,4 Prozent zu verringern auf 1447 Euro.
In der Pflicht sind auch die Länder. Nur drei – Bayern (3012 Euro), Sachsen (3648 Euro) und Baden-Württemberg (4501 Euro) – bleiben unter dem Schnitt von 5898 Euro Schulden je Einwohner. Die übrigen 13 liegen zum Teil drastisch darüber und bei einigen ist der prozentuale Anteil der Pro-Kopf-Verschuldung noch einmal deutlich gestiegen.
Abhilfe könnte die Föderalismuskommission II schaffen. Sie fordert einen Neuschuldenstopp, damit die Schere zwischen den einzelnen Bundesländern nicht noch weiter aufgeht. Nur so lässt sich verhindern, dass einige wenige die Sparbemühungen anderer wieder zunichte machen. Und vielleicht ist dann auch mal wieder Geld da, das dem Bürger direkt zugute kommen kann.